Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es den (See-)Wetterbericht nur über Radio oder beim Hafenmeister. Als die Europäischen Länder dann vor einigen Jahren anfingen ihre Mittel- und Langwellensender abzuschalten, stellten sich viele die Frage: Wo bekomme ich die aktuellen Wetterprognosen her?

Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon mal einen Post zu dem Thema verfasst, dieser beschäftigte sich aber mit der allgemeinen Frage nach einer Quelle für den Wetterbericht. Der Artikel ist hier nachzulesen: Das Ende einer Ära

Mitschrift des SeewettersMittlerweile sind einige Jahre vergangen, und obwohl alle von mir damals beschriebenen Methoden noch brauchbar sind, gibt es heute für unseren Küstennahen Bereich eine sehr gute Alternative: das Smartphone mit diversen Wetter-Apps. Heutzutage besitzt fast jeder ein solches Gerät und seit der Abschaffung der Roaming-Gebühren im Juni diesen Jahres kann man es auch überall nutzen. Wer mit seinem Mobiltelefon im Ausland unterwegs ist, der wird zusätzlich feststellen, dass die Netzabdeckung sehr viel besser ist. Dieses gilt nicht nur wegen des erheblich besseren Netzausbaus unserer skandinavischen Nachbarn, sondern auch durch die Tatsache, dass man im Ausland nicht nur auf ein Netz festgelegt ist.

In diesem Post möchte ich nur auf Apps eingehen, da sie einfacher und schneller als Webseiten mit einem Smartphone zu bedienen sind. Wir benutzen die folgenden Apps – meistens alle zusammen, um einen gegenseitigen Abgleich zu haben:

  • YR (NRK  Meteorologisk institutt) – Die App (aber auch die Webseite) vom norwegischen Wetterdienst wird von uns am häufigsten genutzt. Wir schätzen nicht nur die differenzierten Prognosen (zum Beispiel wenn  zwischen zwei Orten nur eine kurze Entfernung, aber eine Wetterscheide liegt), sondern auch die Übersichtlichkeit und Stabilität der App. Prognosen für einzelne Orte lassen sich durch eine Suchfunktion oder durch die Ermittlung des Standorts mittels GPS anzeigen. Die Vorhersagen im 4-Stunden-Takt sind bezüglich der Genauigkeit von Niederschlag und Temperatur sehr gut, bei der Windprognose ist unserer Erfahrung nach lediglich die Windrichtung stimmig, auf die Geschwindigkeit müssen stets einige m/s aufaddiert werden – YR gibt eben nur den Mittelwind an.

 

  • DMI (Danmarks Meteorologiske Institut) – Das dänische meteorologische Institut stellt leider nur eine sehr rudimentäre App zur Verfügung, sie hinkt der guten und übersichtlichen Webseite leider weit hinterher. Trotzdem ist die (nur auf dänisch erhältliche App) eine wichtige Quelle, stellt sie doch den einzigen echten Seewetterbericht per App dar. Über das Menü auf der Startseite gelangt man mit 2 Klicks von der Land-Prognose zum Seewetterbericht und dieser gliedert sich in die bekannten Vorhersagegebiete, sowie eine sehr gute 5-Tages-Prognose. In dieser wird noch zwischen den Bereichen zentrale Ostsee, innerdänische Fahrwasser, Skagerrak und Nordsee unterschieden. Wer noch den alten Seewetterbericht auf Lang- oder Mittelwelle kennt, der wird sich hier bestens zurecht finden.

 

  • Windfinder – Diese App, die ich vor allem von Surfern und Kitern kenne, wird von uns relativ wenig benutzt. Sie bietet zwar ähnliche Informationen wie YR, gibt aber, genau wie der Norweger, nur die Prognose für einen Ort; diese kann ganz anders ausfallen, als für einen Ort wenige Kilometer weiter aber zum Beispiel hinter einer Landnase – an Land schätzen wir diese Eigenschaft, auf See brauchen wir aber auch die Gesamtübersicht eines Gebiets. Trotzdem ist Windfinder eine gute Informationsquelle, denn im Gegensatz zu YR prognostiziert sie auch Böen und Wellenhöhen. Nutzt man Windfinder für prägnante Orte eine Fahrtgebietes, so kann man auch mit dieser App gute Informationen erhalten.

 

  • Windy.com – Diese für uns recht neue App bietet eine umfassende Prognose für frei wähl- oder suchbare Orte an Land oder auf See. Auf einer global skalierbaren Karte sind die Windrichtungen und Geschwindigkeiten durch animierte Graphiken gut erkennbar. Man sieht zum Beispiel genau, wo ein Druckgebiet liegt und wie sich der Wind dort bewegt – so kann man auch innerhalb eines Vorhersagegebietes die unterschiedlichen Windrichtungen gut erkennen. In der Detailprognose für einen Ort erhält man dann alle gewünschten Informationen: Temperatur, Niederschlag, Mittelwind, Böen und Windrichtung. Die Einheiten lassen sich nach der Erstellung eines kostenlosen Profils frei anpassen.

Die von mir beschriebenen und von uns genutzten Apps stellen sicherlich nur einen Bruchteil der Möglichkeiten dar, aber für uns sind sie bis jetzt die beste Wahl. Alle Apps sind kostenlos und sowohl für iOS als auch für Android verfügbar. Wer im küstennahen Bereich Dänemarks, Deutschlands, Süd-Norwegens und Süd-Schwedens unterwegs ist, wird hier eine gute Quelle für Wetter-Prognosen finden.

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