Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Irgendwie ist jede Wintersaison gleich: Es gibt viel Routine und noch mehr Herausforderungen!

Nach so vielen Jahren – es ist jetzt die 25. Wintersaison für LOTTE und mich – sitzen viele Handgriffe wie im Schlaf und dennoch muss man sich immer wieder selbst hinterfragen und auf aktuelle Gegebenheiten reagieren. Wieviel Zeit haben wir? Stimmen Temperatur und Luftfeuchtigkeit für den nächsten Arbeitsschritt? Wie haben sich die Materialien, vor allem die Lacke, in den letzten Jahren verändert? Wenn man zusätzlich zu den Antworten auf diese und weitere Fragen noch einen stetig wachsenden Anspruch an die eigene Arbeit stellt, dann verlässt man sehr schnell den Bereich der Routine…

Mit wenigen Tagen Ausnahme war es in den letzten Wochen extrem warm, viel zu warm für die Jahreszeit, aber perfekt für unsere Lackarbeiten. Wir haben in vielen kleinen Schritten mit einem extremen Dickschichtlack (Verhältnis 1:1) alle Schadstellen gefüllt und eine Fläche mit den angrenzenden Bereichen hergestellt, dann gab es richtig Lack! An einem Tag haben wir den Rumpf und alle (im Außenbereich liegenden) Klarlack-Flächen in zwei Gängen gespritzt, 14 Tage später das Kajütdach und nocheinmal die Klarlack-Flächen – jetzt härtet der Lack durch und dann wird poliert.

Parallel dazu gehen die Arbeiten an den Kleinteilen gut voran, vieles ist bereits fertig. Das Unterwasserschiff wurde an den Stellen, an denen Holz zum Vorschein kam, 6 mal grundiert und ist jetzt bereit für das erste Antifouling. Die Planken im Cockpit haben die ersten Lagen Öl bekommen und warten jetzt auf den Lack.

Die Bilge sieht noch immer sehr gut aus, so dass wir sie lediglich bis zur Höhe der untersten Planke neu streichen müssen – das spart Zeit und enorm viel Kriecherei zwischen den Kojen und den Bodenwrangen.

Wie schnell die weiteren Arbeiten gehen hängt vor allem vom Wetter ab – wenn es so warm bleibt, dann könnten wir einiges von unserem Zeitverlust wieder reinholen und uns langsam wieder unserem Zeitplan nähern. Aber am Ende greift eh wieder das Paretoprinzip: 80% der Ergebnisse werden mit 20% des Gesamtaufwandes erreicht, die verbleibenden 20% der Ergebnisse erfordern dann aber 80% des Gesamtaufwandes und damit quantitativ die meiste Arbeit.

Wir geben aber die Hoffnung nicht auf, vielleicht kann LOTTE ja Ostern schon wieder in Wackerballig sein.

Kategorien: Winterarbeit