Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

08
Jun
2017

Pfingsten 2017

Für das Pfingstwochenende hatte sich eine kleine Pause vom sommerlichen Wetter der vergangenen Tage angekündigt – der Durchzug einer Front sollte etwas Regen und kühlere Temperaturen bringen.

Wir ließen uns aber nicht entmutigen und starteten das lange Wochenende bei perfektem Festival-Wetter mit ein paar Konzerten beim Elb-Jazz in Hamburg. Der Vorteil einer späten Fahrt an die See ist die freie Autobahn und auch wenn man dann sehr müde und spät auf dem Boot ankommt, so ist die Fahrt einfach stressfreier.

Am Samstag roch die Luft nach Gewitter, es war recht schwül und der südöstliche Wind anfangs recht schwach. Während wir aber noch am Frühstücken waren nahm er zu und so konnten wir unter Segeln aus dem Hafen und Kurs auf Dänemark nehmen. Auf der Bucht frischte der Wind immer mehr auf und so machten wir fast 6kn und waren recht schnell in Sønderborg.

Bei der Brücke legten wir eine Punktlandung hin, gar nicht so übel bei den neuen Öffnungszeiten. Seit dieser Saison macht die Brücke an den Wochenenden nämlich nur noch zur vollen Stunde auf (unter der Woche lässt sie sogar zwei Zeiten komplett aus) und so war das Hafenbecken schon voll mit wartenden Booten.

In einem großen Pulk ging es dann mit achterlichem Wind durch den Alssund und in den Alsfjord, wo uns leider auf der Höhe von Hardeshøj der Regen einholte. Erst kamen nur ein paar Tropfen, aber dann öffnete der Himmel sein Pforten. Aus der angekündigten halben Stunde wurde leider eine gefühlte Ewigkeit und so erreichten wir die enge Durchfahrt zur Dyvig bei schwachem Wind und anhaltendem Regen.

Ein Blick in die Dyvig zeigte uns eine total überfüllte Bucht und in der Mitte einen Haufen riesiger Motoryachten – wie schön, dass wir da in die Mjelsvig abdrehen konnten. Dort hatten wir uns mit Martin verabredet und aus dieser Verabredung erwuchs eine zufällige und recht ansehnliche Truppe: Beim Grillen gesellten sich noch Ike und Karin hinzu, zum Sundowner kamen dann noch die Crews von allen Folkebooten im Hafen.

Als die Sonne weg war, folgten Robbi und ich der Einladung von Martin und Lars – die beiden waren mit einem jährlichen Pfingst-Mitsegler auch im Hafen und dort gab es noch ein paar Drinks.

So schnell wie sich Gruppen im Hafen zusammenfinden, so schnell segelt man auch wieder seine eigenen Kurse. Noch vor dem Frühstück halfen wir Martin beim Umdrehen und Ablegen seines Bootes und so waren wir am Ende fast die letzten der abendlichen Runde.

Da der kräftige Nordwest im Laufe des Tages zunehmen und auch auf Südwest drehen sollte, entschieden wir uns für Sønderborg als Tagesziel. Von dort können wir immer gut die 160° nach Wackerballig halten und wir haben noch eine Nacht in Dänemark. So liefen wir mit vollen Segeln zurück durch den Alssund und dieses Mal war es vor der Brücke wirklich knüppelvoll. Zwischen vielen großen Yachten und kleinen Booten kreuzten auch noch einige per Segel und so war es kaum verwunderlich, dass es bei der Passage durch die Brücke zu einigen lautstarken Kraftausdrücken kam. Warum wollen bloß so viele Leute immer die ersten auf der anderen Seite sein?

Kurz vor dem Yachthafen nahm der Wind dann richtig zu, und so hatten wir während unserers Anlegemanövers Böen vom 14m/s. Trotzdem fanden wir einen Platz in den neuen, und viel zu großen, Boxen im Gästebereich des Hafens und diese Tatsache wurde von einem unverschämten Nachbarn gleich kommentiert…

Am Abend eperimentierten wir etwas mit unserem neuen Omnia und siehe da, auch Aufläufe gelingen damit wunderbar!

Später trafen wir uns noch mit Martin und ließen den Abend bei einem guten Weinchen ausklingen, bevor wir uns dann wegen der überall durchkriechenden Kälte in die Koje begaben.

Am Pfingstmontag kam dann der angekündigte Südwest, aber er war etwas schwächer und so konnten wir bei bester Sonne zurück nach Wackerballig – so macht segeln einfach Spaß!

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