Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Da wir in den Tagen nach Sønderborg vor allem geankert oder kleinere Häfen angelaufen haben, hatten wir auch nicht die Möglichkeit zeitnah zu bloggen. Jetzt ist das Wetter wieder schlechter, LOTTE liegt wieder sicher in Wackerballig und hier in Wilhelmshaven gibt es auch einen Internetzugang… also folgt hier der zweite (und letzte) Teil unseres Reiseberichts:

Der Sommer ist da (26/VII)

Nachdem es Lars&Flo gestern noch gelungen war einen Segelmacher ausfindig zu machen, kommt dieser heute morgen um kurz nach 9Uhr aus Padborg und holt deren Genua ab. Bis er dann gegen 14:30Uhr mit einem super repariertem Segel wieder in den Hafen kommt, nutzten wir die Zeit für einen Spaziergang – mit Einkaufstour – durch die Stadt. So oft ich schon in Sønderborg war, so selten war dieses unter der Woche und so ist es schön die Stadt voller Leben und bei immer weiter steigenden Temperaturen zu erleben.

Der Yachthafen von Sønderborg liegt etwas südöstlich vom Schloss und ist über eine schöne parkartige Promenade an die Stadt und den Stadthafen vor der Brücke angeschlossen. Wird die Strecke bei schlechtem Wetter mit jedem Schritt länger, so genießen wir heute den Blick auf vorbeiziehende Boote im Sonnenschein und den Gedanken daran, dass wir bald genauso von Land beobachtet werden.

Über den Stadthafen, der für über 30 nahende Traditionssegler komplett gesperrt ist, geht es an der Kirche vorbei in die Einkaufsstraße. Beim Føtex finden wir wie immer alles, was das Herz begehrt – auch eine leckere Erdbeertorte für das Kaffeetrinken vor Anker.

Mit repariertem Segel geht es dann um 15Uhr in Richtung Brücke, die sich – wie sollte es auch anders sein – mal wieder vor unseren Augen schließt. Unser kurzes Festmachen im Stadthafen (zum Warten auf die nächste Öffnung 30 Minuten später) ruft gleich den Hafenmeister auf den Plan – es ist doch abgesperrt…

Bei herrlicher Sonne, aber sehr schwachem Wind aus SO, geht es dann durch die  Brücke und unsere zwei Boote laufen den Als Sund Kurs Nord. Nach dem schlechten Wetter der vergangenen Tage haben viele wohl noch kein Vertrauen in die Prognosen und so bekommen wir noch einen super Ankerplatz, dicht unter Land, bei Arnkilshuk am Ausgang des Sundes.

Wie schon im letzten Jahr übernehmen Lars&Flo das Ankern mit ihrem schwereren Geschirr und wir machen dann längs an Peggy fest.

Nach einem Kaffee – mit dänischen Kuchen Leckereien – lassen wir das Schlauchboot von Peggy zu Wasser und dann bricht ein kleiner Expeditionstrupp in Richtung Land auf – Laura muss Gassi, Lars&Robbi wollen Wattwürmer suchen und Flo genießt das warme Wasser am Strand.

Wärend die drei – oder besser die vier – an Land sind, segelt die große Gruppe von Traditionsschiffen von Norden in den Sund. Leider ist es sehr schwierig diese zu photographieren, denn hinter ihnen strahlt im Westen die Sonne hell und stark… aber wir wollen uns nach dem Regen der vergangenen Tage nicht beschweren.

Am Abend legt sich der restliche Wind und es wird eine ruhige Nacht.

 

Im Schleppverband Kurs Nord (27/VII)

Die Nacht hat das gehalten, was der Abend schon versprochen hatte – wir lagen sicher und ruhig. Frühstück gibt es wieder auf Peggy und dann folgt die Törnplanung für den Tag; auf Grund der absoluten Flaute und des tollen Badewetters verholen wir uns einfach etwas nach Norden. Sicher vertäut an der Seite von Peggy dampfen wir – nun als Doppelrumpfboot :P – vor die kleine Steilküste zwischen der Sandvig und Stevning Nor.

Hier kommen wir das erste Mal zum richtigen Baden und auch zum Schrubben der Boote von außen. Gestern Abend, im Schutz von Arnkilshuk, waren leider sehr viele Feuerquallen im Wasser und trübten den Badespaß, aber heute gibt es lediglich einige harmlose Ohrenquallen und so darf geplanscht werden!

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass wir in der Nordost Ecke der Sandvig ankern, aber der Anblick eines idyllischen Hafenbeckens und die Aussicht auf westliche Winde in der Nacht lassen uns diesen Plan kippen und den kleinen Anleger anlaufen.

Bei der einfahrt in den Hafen hilft uns ein netter älterer Däne der weder Deutsch noch Englisch kann… aber mein Dänisch reicht für die Info, dass der Hafen 1,7m tief ist. Es gibt hier weder Wasser noch Strom, nur ein Trockenklo und idyllische Natur in dänischer Einsamkeit… bis die Fischer, Wasserskiläufer, Motorradfahrer und andere Typen auftauchen. Dieser kleine Flecken im nichts ist anscheinend ein begehrtes Ziel für den urlaubsreifen Dänen und so kommt erst nach Sonnenuntergang Ruhe in den kleinen Hafen.

 

 

Aus dem Hafen… in den Schiet (28/VII)

Die Nacht war ruhig und der Wind hat auf Nordwest gedreht – beste Voraussetzungen, um den Schlag rüber nach Årøsund zu machen. Da Peggy durch ihr hohes Freibord und den geringen Tiefgang immer ein Problem mit Abdrift hat, stellen Robbi und ich uns jeder auf eine Seite der engen Hafeneinfahrt und schützen das Boot – wir wollen dann folgen… Leinen los, Rückwärtsgang rein und schon sitzen wir fest! Da hilft kein wackeln und rütteln es passt nicht. Also wieder rein in den Hafen und vorsichtig das Schiff drehen, mit dem Bug voraus können wir mehr Fahrt aufnehmen und besser steuern: Und schon wieder fest, jetzt aber richtig. Per Funk rufen wir Lars und Flo, wir brauchen eine Schlepper. Wärend die beiden mit Peggy zurückkommen befestigen wir Seile an den Achterklampen und am Mast, zusammengeführt am Bug ergeben sie eine gute Lastverteilung für das Schleppmanöver.

Die Übergabe der Schleppleine gestaltet sich durch die Abdrift von Peggy als schwierig und so muss Robbi auf das Kommando von Lars: "Robert – SPRING!" mit vollen Klamotten ins Wasser und mir die Leine übergeben. Mit etwas Hilfe kommen wir so mit unseren 1,2m Tiefgang gut durch die – nach dem Absinken des Wassers durch den Westwind – 1,15m in der Hafeneinfahrt; wir sind beide schon wieder an Bord, als es einen Ruck gibt und wir richtig fest sitzen:/.

Vor dem Hafen ist eine sandbank mit 1,1m, definitiv zu wenig, um drüber geschleppt zu werden. Also gehen Robbi und ich wieder ins Wasser; der klare Sandgrund bietet einen guten Halt und so stemmen wir LOTTEs Heck mit aller Kraft nach oben, um den Tiefgang zu verringern. (Zur Veranschaulichung kann der Riss eines Folkeboots auf der Seite "Das Boot" und dann "Folkeboot Geschichte" dienen.) So schaffen wir es endlich frei zu kommen und nachdem wir uns abgetrocknet haben, kappen wir das Tau zu Peggy und setzen Segel Kurs Nord.

Bei dem frischen Nordwest mit 4 bis 5Bft. kreuzen wir aus dem Als Fjord und mit knapp 6kn geht es dann bei einem herrlichen Anlieger-Kurs nach Årøsund.

Wie zu erwarten, ist der Hafen schon sehr voll und wir finden keine Box für 2 Boote oder auch nur 2 Boxen nebeneinander und so machen wir neben dem Walross fest. Der 4-jährige Ole ist ganz begeistert von LOTTE; er hilft ganz selbstverständlich mit den Vorleinen und kann es kaum erwarten, eine Bootsbesichtigung machen zu dürfen. Nachdem wir aufgeklart haben steigt er dann über und kommentiert sofort fachmännisch den Inhalt von jedem Schapp.

Leider hat der Kaufmann in Årøsundvor einigen Jahren dicht gemacht und so müssen wir mit unseren verbliebenen Vorräten kochen und morgen früh zu dem Proviantshop auf einem Campingplatz in der Nähe laufen.

Am Abend dreht der Wind auf Nord und fegt mit 6 bis 7Bft. über den Hafen – jetzt sind wir alle froh, dass wir diese Nacht nicht vor Anker liegen.

 

Ute und Micha (29/VII)

Unser heutiges Ziel soll der kleine Hafen von Bågø sein und da die Prognose für das kommende Wochenende von Starkwind und Regen kündet, wollen wir auf jeden Fall noch einmal bunkern. Mit Freude stellen wir fest, dass der kleine Kaufmann 3 Fahrräder im Hafen deponiert hat und so machen Lars, Robbi und ich uns auf in Richtung Campingplatz. Mit jedem Kilometer Strecke steigt unsere Freude über die Räder – ohne Klingel, Bremse,… – und so kehren wir vollbeladen mit Grillgut und Gemüse nach einer Stunde zu den Booten zurück.

Bei 5Bft. aus Nordwest laufen wir das kleine Stück nach Bågø unter Fock und sind alle glücklich, dass der Hafen trotz Modernisierung seinen alten Charme behalten hat!

Viele der kleine Inselhäfen haben in den letzten Jahren eine Modernisierung erhalten und sind jetzt nur noch eins: Teure, unpersönliche und hässliche Anhängsel an schönen Inseln. Aber auch auf Bågø steht jetzt ein Automat fürs Hafengeld… als dieser dann aber die 200Dkr von Lars frisst und danach nix mehr tut, kommt ein echter Hafenmeister; lächelnd erklärt er uns, dass er aus genau diesem Grund schon das fünfte Mal an diesem Tag im Hafen sei… aber die Kommune Assens wolle ihn eben nicht so wie früher beschäftigen.

110Dkr (incl. Strom) für ein Folke ist teuer aber leider schon im unteren Segment und bei den gelungenen Modernisierungen in diesem Hafen durchaus gerechtfertigt.

Am Nachmittag läuft dann noch Micha mit neuer Ute und einem neuen Boot im Hafen ein – auf der Überführung ihrer Gulnaren (hoffentlich schreibt man das so) lernt Ute segeln und mit dem Beginn des Sommers die letzten Tage gefällt es ihr auch von Tag zu Tag mehr.

Nach einem schönen Grillabend mit Lars&Flo am Strand gesellen sich die Beiden noch zu uns und wir sitzen bis tief in die Nacht zwischen Schafen und Strand am Hafen von Bågø und es gibt viel zu trinken und noch mehr zu erzählen.

 

Eine Perle im Belt (30/VII)

Noch in der Nacht beschließen wir gemeinsam zu Früstücken und so tragen wir – zu reichlich fortgeschrittener Stunde – alles zusammen, was auf den Booten zu finden ist. Es wird ein oppulenter Brunch bei herrlicher Sonne und ohne jeglichen Regen… auch wenn dieser noch gestern angekündigt war.

Nach dem Frühstück begeben Robbi und ich uns auf Erkundungstour: Vom alten Leuchtturm hat man einen perfekten Überblick über den ganzen Kleinen Belt und sollte einer mal nicht wissen wohin er mit den frei zu nutzenden Spektiven schaut, so ist für jede Himmelsrichtung eine Karte mit den POI installiert.

Weiter geht es mit 2 der vielen Fahrräder, die man sich für wenige Kronen im Hafen nehmen kann. Die Insel ist wirklich ein Perle – alte Gehöfte, junge Kälbchen, private Museen und Hofläden hinter jeder Biegung lassen uns alle paar Minuten anhalten. In einem Hof gibt es das Lammfleisch der Insel zu kaufen, in einem Raum stehen große Gefriertruhen und daneben eine Schachtel mit Geld und ein Buch: Bitte eintragen was wann rausgenommen wurde und wieviel Geld man in die Kiste gelegt hat (Wechselgeld nimmt man sich bitte selbst). Da es mal wieder nur Lammkeulen gibt, entscheiden wir uns für Schwein – auch an deren Ställen sind wir schon vorbei geradelt.

Nach der Tour über die Insel nehmen wir Abschied von Ute&Micha und verholen uns aus dem Hafen in die Ankerbucht gleich nebenan. Auf herrlichem Sandgrund ankern wir wieder Seit-an-Seit und genießen das Baden und den Anblick der ankommenden Boote in der Sommersonne. Da die Wind Prognose von bis zu 5Bft. in Böen spricht, bringen wir lieber einen zweiten Anker aus und verholen uns nochmal auf eine etwas tiefere Stelle.

 

Assens (31/VII)

Da die Wetterprognose nicht dafür spricht, dass wir unseren Törn weiter nach Norden ausdehnen, wollen wir über die Helnæs Bugt in die Dänische Südsee. Zum Bunkern bleibt dann aber nur ein Ort: Assens. In den letzten 15Jahren habe ich um Assens immer einen großen Bogen gemacht, zu abschreckend empfand ich die großen Silos, die man schon weit über den Belt sieht…

Wärend Lars&Flo heute ihre Inseltour machen, setzen wir Segel und gehen schonmal vorab Kurs Ost. Die Ansteuerung von Assens – durch den Industriehafen – ist einfach und so finden wir schnell 2 freie Boxen im hinteren Teil des Hafens. Bei herrlicher Sonne (und 125Dkr. für ein Folkeboot) entschließen wir uns, die Hafengebühr auszunutzen und wärend wir auf Peggy warten das Deck zu putzen.

Obwohl wir – wie mittlerweile jedes Mal – die gemeinsamen Mahlzeiten auf Peggy einnehmen, kochen wir heute auf Lotte und so verteilt sich die Arbeit ganz gut.

 

Der Herbst kommt (1/VIII)

Vom Ende des Hafens geht man nur wenige Minuten in die Stadt und hier offenbart sich uns eine nette Altstadt mit hübschen Häusern, einer interessanten Kirche und gute Einkaufsmöglichkeiten. Mit der Möglichkeit einige Dinge in den Kühlschrank an Bord von Peggy zu packen, können wir jetzt ganz anders Einkaufen und so schleppen wir uns nach einem Stadtrundgang schwer beladen zurück zu den Booten.

Wir sind jetzt bereit für einige Tage vor Anker.

Der Wind kommt schwach aus SW bis WE und so kreuzen wir mit einem langen Schlag in Richtung Helnæs – bei dem wenigen Wind sehen wir aber recht häufig Familien von Schweinswalen.

Vor dem Feuer von Helnæs ist dann der Wind komplett weg und das Meer glatt wie Öl – unter Motor geht es für uns südlich der Insel Illum in die kleine Bucht bei Bøjden Bro.

Peggy liegt in dieser malerischen Bucht schon vor Anker und wieder gehen wir an ihre Seite – hier liegen wir traumhaft geschützt zwischen einem Wald und einer langen Sandnase auf gutem Grund und freuen uns über den perfekten Tag. Nach einer längeren Wattwurmsuche schwimmen wir um die Boote, ohne Feuerquallen und bei dem warmen Wasser eine willkommene Abkühlung nach der Hitze des Tages.

Obwohl wir heute erst den 1. August haben, bekommen wir kurz vor Sonnenuntergang alle das Gefühl: Der Herbst ist da! In dem Maße wie die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, wird es kühler und feuchter, nach einer Stunde tropft alles auf dem Boot als hätte es gerade einen feinen Nieselregen gegeben.

 

Kein Platz im Hafen (2/VIII)

Der Morgen begrüßt uns mit einem Nebel, der fast so malerisch wie der Sonnenuntergang gestern Abend ist. Die Sonne hat es heute schwer, aber für einen Sommertörn ist sie von Nöten und so kämpft sie sich hervor und taucht die Bucht in ein warmes Licht. Aus Nebel wird Dunst und aus dem Dunst wird ein strahlender Tag mit einem frischen SE.

Hart am Wind geht es vorbei an Lyø und wiedereinmal kann LOTTE durch ihre Höhe am Wind das aufholen, was Peggy durch ihren geringen Tiefgang abkürzen konnte .

Da der SE immer stärker auffrischt, entscheiden wir uns gegen das Ankern. (Kennt jemand einen guten Ankerplatz in der nördlichen Dänischen Südsee mit Schutz gegen südöstliche Winde??) Statt dessen wollen wir den kleinen Hafen von Dyreborg anlaufen. Als wir den Hafen erreichen müssen wir leider feststellen, dass dieser schon mehr als voll ist – also Segel wieder gesetzt und weiter nach Faaborg.

Im Stadthafen finden wir einen Platz als Päcken am Brückenkopf und haben einen super Ausblick über den Hafen und alle ein- und auslaufenden Boote. Leider gibt es in Faaborg mittlerweile auch einen Automaten und noch schlimmer ein Kartensystem für Dusche, Strom und jeden Liter Wasser. Im Prinzip ist es ja fair nach Verbrauch abzurechnen, aber nicht auf einen Grundpreis von 110Dkr für ein Boot von unter 8m!!!

Auf der Mole, direkt neben der Hafeneinfahrt, besetzen wir einen Tisch mit Bänken und Grillen gemeinsam – obwohl es sich erst morgen früh entscheidet, ob dies unser letzter gemeinsamer Abend ist, nutzen wir die phantastische Stimmung und lassen den Törn ausklingen.

 

Der letzte Abend (3/VIII)

Der Wind bläßt steif aus SE und laut der Prognose soll er das auch noch morgen. So verschieben wir den Abschied um einen weiteren Tag und planen heute endlich Dyreborg anzulaufen. Nach einem Einkauf und einer kurzen Stadtführung für Lars&Flo legen wir ab und laufen unter Motor die kurze Strecke an Bjørnø vorbei. Es muss schon ein seltsamer Anblick sein: Ein Folke bei bestem Wind unter Motor, aber irgendwie sind wir zu faul das Segel nach 1,5nm wieder legen zu müssen…

Heute, um 13Uhr, ist der Hafen noch fast leer und so können wir uns in Ruhe einen Platz suchen und festmachen. Mit der Zeit füllt er sich aber und da der Südost immer mehr auffrischt, müssen wir so manchem Boot beim Anlegen helfen. Direkt neben uns legt sich eine große Najad aus Schweden und als ich dem Ehepaar beim Anlegen nicht nur helfe, sondern auch noch Schwedisch mit ihnen rede sind sie überglücklich.

Am Abend wird es kühl im Wind, aber das hält uns nicht davon ab, gemeinsam zu Kochen und auf einer Bank im Hafen zu Essen. Ein Spiel Schoko-Scrabble beendet das Mahl und bevor wir uns das erste Mal seit Wackerballig unter die Kuchenbude auf Peggy zurückziehen folgt noch eine aktion, die symbolisch für das Ende einer wunderschönen gemeinsamen Reise steht: Das Schlauchboot, unsere Freiheit beim Ankern, wird verpackt und wieder eingestaut.

 

Über den Belt und in den Regen (4/VIII)

Der Südwest bläßt immer noch mit kräftigen 4 bis 5Bft. und so nehmen wir Abschied von Lars, Flo, Laura und Peggy – wärend diese nach Süden und Richtung Heimat segeln, geht es für uns mit halbem Wind in Richtung Lyø. Als wir die Insel südlich fast passiert haben und auf einen Raumwindkurs um Als herum gehen können setzen wir zur Fock noch das Groß und schon geht es mit 4 bis 6kn nach Westen.

Im Laufe des Tages dreht der Wind auf Südwest und wird schwächer, so dass wir am Abend in den Als Fjord kreuzen müssen. Kurz hinter der Dyvig kommen dunkle Wolken auf und der Wind flaut komplett ab. Mit dem letzten Wind und dem ersten Regen des Tages erreichen wir den kleinen Hafen von Ballebro. Im strömenden Regen klaren wir auf und verkriechen uns schnell in die Koje – die angeblichen 40Dkr Hafengeld will heute keiner haben und so müssen wir nichtmal mehr auf den Steg.

 

Kurs Wackerballig (5/VIII)

Es regnet, es ist kalt und der Wind kommt böig aus SSW – beste Bedingungen also für den Törn nach Wackerballig… Wir frühstücken in der Kajüte und legen in einer kurzen Regenpause unter Fock ab. Bis zum Ausgang des Als Sunds kommen wir mit halbem Wind gut voran dann wird es ungemütlich: Kreuzen unter Fock ist eh kein guter Plan aber bei den Böen wollen wir kein Groß setzen. Mit einigen Mühen erreichen wir die Brücke – mal wieder im Moment des Schließens. Aber der Brückenwärter hat mit uns ein Einsehen, während er die eine Hälfte der Brücke schon runterklappt, winkt er uns auf seiner Seite noch durch.

Auf der Bucht dreht der Wind dann auf West und so erleben wir eine – wenn auch sehr nasse – Rauschefahrt nach Wackerballig. Dann kommt es wie immer: Wir sind fest und der Wind nimmt ab und die Sonne kommt raus.

Wir genießen den schönen Abend bei einem leckeren Essen auf der Terasse unserer neuen Marina Lounge.

 

Klar Schiff (6/VII)

Der Wind weht lau aus West, die Sonne scheint und es ist trocken – beste Voraussetzungen, um das Boot zu putzen und zu entladen. Alles, was nicht wieder ins Auto kommt wird in die Sonne verbracht und gelüftet, das ganze Boot putzen wir von innen hinter jeder Spante und auf jeder Planke. Die Bilge hatten wir ja in Assens schon vorgeputzt, so ist heute nicht mehr all zu viel zu tun… mit ein Paar kurzen Regentropfen um 15Uhr sind wir mit allem fertig und lassen den Tag bei einem Essen in Gelting und einem Bier im Hafen ausklingen – morgen geht es dann nach Hause.

Und ab in den Stau (7/VII)

Die ganze Nacht hat es geregnet, aber der Morgen bringt einen starken West und ist trocken und sonnig – nach einem kurzen Frühstück packen wir die Schlafsäcke ins Auto und machen das Boot dicht; vor uns liegt eine A7 mit Stau ohne Ende. Mit 3,5 statt 2h Fahrzeit erreichen wir Harburg und dort gibt es ersteinmal ein Essen mit der ganzen Familie bevor in nach Wilhelmshaven weiter muss.

Damit ist ein abwechslungsreicher und sehr schöner Sommertörn zu Ende – wir haben Freunde getroffen, aufregende Dinge erlebt und neue sowie alte Plätze erkundet. Genau wie im letzten Jahr haben wir uns von Lars&Flo anstecken lassen und keine großen Ziele mit langen Schlägen geplant, sondern sind einfach der Nase und dem Wind gefolgt; so zu verreisen ist vielleicht nicht jedermans Sache, aber es ist sehr spannend und man guckt noch genauer in die Karten.

Im September werden wir wohl noch eine Woche Segeln und wenn der Wind passt, dann segeln wir wohl nocheinmal in die schöne Helnæs Bugt.

Der gesamte Törn

Hier ist jetzt nocheinmal der gesamte Törn zu sehen. Wie im März im Blog beschrieben, nutzen wir zu diesem Zweck die Lotsenkarte des NV. Verlages, allerdings testen wir zur Zeit ein echtes GPS Tracking mit unseren Smartphones und der Navigationssoftware von Navionics. Nach der Testphase werden wir hier darüber berichten.

(zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

Kategorien: Törns