Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Am vergangenen Wochenende war es endlich wieder soweit: Nach vier Wochen ohne LOTTE ging es wieder nach Wackerballig und auf See! Schon die Ankunft Freitag Nacht war ein Traum – es war warm, sternenklar und windstill. Unsere alte Dame lag ruhig in ihrer Box und all die Starkwinde der letzten Woche hatte sie gut überstanden. Sofort guckten wir nach dem Wasserstand in der Bilge, aber die Pumpe hatte einwandfrei gearbeitet und sowohl Bärbel&Helmut als auch Mike hatten in den Wochen unserer Abwesenheit mal nach LOTTE geguckt!

Am Samstag Morgen war es immer noch warm und schön, aber auch der leichte Seewind konnte den Morgennebel kaum vertreiben – Dänemark blieb verschleiert. Eigentlich hatten wir geplant, nach dem Frühstück gen Norden zu segeln und die Nacht im Als Sund zu verbringen. Aber als wir nach dem Frühstück mit unseren Nachbarn sprachen, deuteten aber alle den Durchzug einer Front in der Nacht an und so machten wir uns erstmal beim Norweger schlau. Dort stand es schwarz auf weiß: Ab 18 Uhr Regen und Gewitter.

Mit dieser Prognose entschieden wir uns gegen eine Nacht vor Anker und für einen Tagestörn auf der Außenförde. Trotz des diesigen Wetters und der ungünstigen Wettervorhersage war das Wasser voller Segler, jeder wollte anscheinend diesen schönen Spätsommer-Tag nutzen. Vorbei an der ankernden Küstenwache machten wir uns auf den Weg nach Norden und mit uns legten 4 andere Folkes unserer Wackerballiger-Flotte ab. Büro LOTTE Mitten auf der Bucht trafen wir auf Hugo, der mit seiner Tochter Tabea auf seinem Folke Cumulus unterwegs war. Cumulus liegt erst seit diesem Frühjahr in Wackerballig und so hatten wir uns zwar schon öfters zugewunken, jedoch noch nie länger miteinander gesprochen. Als wir dicht aneinander vorbei segelten, machte Hugo den Vorschlag, für ein paar Fotos Kreise umeinander zu drehen – eine super Idee! Da es immer selten Bilder von dem eigenen Boot auf dem Wasser gibt, nahmen wir das Angebot gerne an und so gab es ein kleines Folke-Shooting. Trotz der mangelnden Weitsicht war es auf dem Wasser warm und schön. Unter Segeln ging es dann nach ein paar Stunden zurück in den Heimathafen, dort checkten wir erstmal die neue Nordmole, mit ihrem kleinen Pavillon und dem Bänkchen lädt sie ab jetzt zu einem Sundowner ein.Um 17:30 zogen dann dunkle Wolken auf, in der Ferne grollte der Donner und pünktlich zur Vorhersage des Norwegers fing es um 18 Uhr an zu regnen. Ein Schauer folgte dem nächsten und die ganze Nacht hörten wir die Gewitter um uns herum. Jetzt waren wir froh, im Hafen zu sein, zumal der Sonntag (obwohl trocken) mit dickem Nebel und absoluter Windstille begann. Das wäre zwar eine phantastische Stimmung vor Anker gewesen, aber da den ganzen Vormittag kein Wind aufkam, hätten wir auch mindestens 2 Stunden motoren müssen…Für uns beginnt jetzt ein weiterer schöner Teil der Saison – wir lieben den Herbst. Die Häfen werden leerer, die Tage kürzer, die Abende gemütlicher. Die bekannten Plätze erscheinen in völlig anderen Licht-Stimmungen und so lange es noch so schön warm ist, steht einem perfekten Segeltörn nichts im Wege.

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