Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Die letzte Wochen waren voll. Voller Termine und Arbeit unter der Woche und voll mit mit Arbeit an LOTTE an den Wochenenden. So war einfach keine Zeit für einen Bericht – wir sind froh genug, dass wir immer mal wieder an das Photographieren gedacht haben…

Nachdem wir das Boot selber lackiert hatten, ließen wir den Lack härten und kümmerten uns um die diversen Anbauteile, den Mast, die Bilge und das Unterwasserschiff. Die Arbeiten gingen alle recht flott, aber ihre schiere Menge kostete eine Menge Zeit und dann gab es auch immer wieder kleinere Zwischenfälle: Als Robbi zum Beispiel den Boden in der Kajüte für den einfacheren Zugang zur Bilge demontierte, bröckelte ihm ein Teil der alten Aufleger entgegen – das Holz war an den Enden weich und die Eisenschrauben vergammelt. So mussten wir kurzerhand ein neues Teil fertigen und anpassen.

Parallel zu den ersten Polierarbeiten an den Backskistendeckeln und der Ruderbank trudelte auch unser Polierbock für die Beschläge ein – um die Metallteile hatten wir uns in den letzten Jahren eher weniger gekümmert. Fast alle Beschläge zeigten Flugrost, tiefe Kratzer und etwas Lochfraß und zumindest den ersten beiden Problemen wollten wir endlich mal die nötige Aufmerksamkeit widmen.

So zog langsam wieder der bekannte Glanz in unserer kleinen Werft ein und dazu passend bekamen wir auch noch die richtige Unterstützung: Mitte März hatte der Lack 4 Wochen härten können und so trafen eines morgens Ralf und Manu bei LOTTE ein, endlich sollte sie wirklich glänzen.

Zwei Tage wurde das Boot geschliffen und als wir mit der 3000er Körnung durch waren, sah LOTTE schon aus, als hätte sie gerade eine perfekte Matt-Lackierung erhalten. Leider erwies sich der Lack als etwas widerspenstig und wollte sich noch nicht wirklich komplett polieren lassen – nach zwei weiteren Tagen Arbeit fiel dann die Entscheidung den letzten Polierschritt im Hafen zu vollziehen. Dann, nach hoffentlich ein paar Wochenenden knackiger Sonne, sollte der Lack hart genug und damit gut polierbar sein.

Aber auch wenn wir nach vier Tagen harter Arbeit unser Ziel nicht ganz erreicht haben, so hatten wir zusammen eine Menge Spaß und tolle Abende. Bei gemeinsamen Gesprächen haben wir nicht nur viel über das Schleifen und Polieren gelernt, sondern auch so manches über das Leben im Norden und die Eigenarten so mancher Bootseigner.

Als Ralf und Manu uns wieder verlassen hatten, klang ein letzter Satz noch so in unseren Ohren: „Ihr habt so eine schöne Werkstatt, aber Euer tolles Gerüst ist ein ziemlich rostiger Schandfleck…“ So etwas konnten wir natürlich nicht stehen lassen und so bekam der Rost kurzerhand einen maritimen Anstrich verpasst. (Ja, es ist rot und grün – Hammerit gibt es aber nur in dunklem Tannengrün…)

Jetzt fehlen nur noch das Anbauen der Beschläge, das Reinigen von Kajüte und Cockpit, der letzte Schliff vom Deck, die Politur des Rumpfes, die Installation von einigen Neuanschaffungen und am Ende das Einräumen – viel Arbeit für die letzten beiden Wochenenden vor unserem Krantermin am 12. April, 3 Tage vor Ostern.

Kategorien: Winterarbeit