Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

13
Feb
2017

Leben mit dem Winter

Mittlerweile gab es schon so manche Nachfrage – per eMail, Telefon, SMS, WhatsApp, Kontaktformular, FaceBook und auch ganz direkt im persönlichen Gespräch: „Lebt Ihr noch?“

Die Antwort darauf fiel nicht immer ganz einfach, denn mit „Ihr“ sind immer mehrere gemeint und zumindest LOTTE ging es die ganze Zeit recht gut. Sie steht trocken in ihrer Halle und bekommt die Pflege, die die eisige Kälte oder unser Gesundheitszustand erlauben; denn ch hatte mittlerweile den dritten Infekt und auch Robbi hatte es zwischenzeitlich umgehauen – es ist eben Grippezeit…

Wann immer wir aber gerade fit genug waren, ging es in die Halle (in der wir uns sogar für die Schleifarbeiten ein wenig die Heizung gönnten) und dort wurde dann gearbeitet:

Im letzten Sommer hatte unser Lack auf den Flächen ja super gehalten, leider war er aber etwas eingefallen und so wurde alles einmal mit P400 angeschliffen und für eine weitere Lage Klarlack vorbereitet. Dieser Lack soll zum einen mehr Tiefenglanz bringen, zum anderen soll er aber auch vor dem Polieren länger härten und damit hinterher nicht wieder einfallen.

Während der Saison hatte sich aber auch gezeigt, dass unser Lackaufbau mit der Epoxy-Grundierung nicht das Optimum für die Stellen mit flexiblen Vergussmassen war: Am Übergang von Kajüte zu Deck, und auch am Deck, selber war die Grundierung etwas hoch gekommen und so konnte Wasser unter den Lack ziehen. Aus diesem Grund wählten wir für diese Stellen wieder unseren altbewährten Aufbau: Öl, 1K-Lack, Deckschicht aus 2K-Lack.

Während das Grundieren mit Owatrolöl auch bei recht niedrigen Temperaturen funktioniert, waren wir spätestens beim ersten Lack doch sehr froh, dass unsere Halle seit letztem Jahr beheizbar ist. Nach einiger Suche (im weitem Umkreis) fanden wir sogar noch einen einzigen Händler für Kleinmengen Heizöl – und der sitzt sogar im Harburger Hafen.

In den letzten beiden Wochen war dann der gewohnte Trott angesagt: Schleifen, Lackieren, Schleifen, Lackieren,…

In der letzten Woche folgte dann der Großputz unserer Halle und das Abkleben von Rumpf, Cockpit, Dach und Deck – es wurde Zeit für den finalen Lack. Diesen haben wir dann mit Sebastian am letzten Samstag gespritzt, wobei er sich sehr über seine eigenes Werk ärgerte: es gab zu viele Laufnasen. Trotzdem konnten wir bei -1°C Außentemperatur in der Halle gut arbeiten und nachdem die letzten Abklebearbeiten fertig waren, hatte die Halle 16°C und LOTTE schnell zwei Lagen Lack mehr.

Gestern machten wir uns dann an die mühsame Arbeit das ganze Klebeband zu entfernen und es zeigte sich, dass diese Arbeit sehr viel länger als das Abkleben selber dauerte… Trotzdem war jeder Zentimeter die Zeit wert: Der Glanz war schon beeindruckend!

Jetzt muss der Lack in Ruhe härten und wir kümmern uns um das Unterwasserschiff, die Bilge, den Mast und was sonst noch so anliegt – Mitte März wird dann poliert und dazu haben wir uns Spezialisten eingeladen 😉

 

 

Kategorien: Winterarbeit

2 Kommentare bisher.

  1. Jörg Haas sagt:

    Hi,
    wir trafen uns mal bei der Bootfit in Bremen zu einem kleinen Lehrgang zum Umgang mit der Oberfräse. Wie ich sehe, lebt ihr auch noch und Lotte hat tolle Fortschritte gemacht – Glückwunsch, auch zu den schonen kleinen Filmen auf youtube. Mein Projekt mit Oblomow (s.a. sailfolke.wordpress.de ) geht nur sehr langsam voran. Keine bezahlbare Werkstatt, schlechter Sommer 2016, viele andere Aufgaben…da war kein rechtes Fortkommen.
    Hoffe, es ist euch Recht, wenn ich den link zu eurem Projekt mit auf meine webseite nehme.
    Alles Gute für Bauen und Segeln in 2017
    Gruß
    Jörg

  2. Björn Ole Pfannkuche sagt:

    Moin Jörg, Du kannst uns gerne verlinken, wir werden dass dann mit Deinem Blog auch machen.
    Leider scheint Deine Seite aber gerade nicht erreichbar zu sein – hast Du den richtigen Link geschickt?

    Gruß
    Björn