Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

In den letzten Tagen (und Wochen) ist es auf der Homepage etwas still geworden – dafür ist es in unserer Halle umso lauter! Bei Temperaturen um 10°C macht das Arbeiten richtig Spaß und wir kommen bestens voran; ohne halb erfrorene Finger kann man auch genauer werkeln und das macht sich bemerkbar.

Neben den Nacharbeiten durch den neuen Mastfuß und die Reparatur am Kiel – hier haben wir erstmal alles freigelegt, damit das Holz trocknen kann – haben wir in diesem Winter vor allem Schönheitsreparaturen auf dem Zettel:

  • Bei vielen Holzteilen (wie den Steckschotten, den Bodenbrettern oder dem Schiebeluk) ist Wasser unter den Lack gedrungen und dort müssen wir neu lackieren.
  • Die Kajüte ist von innen noch im schönsten Mahagoni-Ton, aber von außen ist sie nach 50 Jahren in der Sonne knall-gelb – alles runter, beizen und neu aufbauen.
  • Der Baum muss zum Teil neu lackiert werden, da dort ein Beschlag vom Segel im Starkwind den Lack bis auf das Holz abgerieben hat.
  • Die Steckdosen für die Positionlaternen sind korrodiert und müssen neu.
  • Drinnen soll eine USB-Steckdose, mit genügend Leistung für ein Tablet, installiert werden
  • Und dann gibt es noch genügend kleine Baustellen….

Den Anfang machten die Arbeiten an den Steckschotten, denn bei diesen wollen wir auch die neue Beize ausprobieren. Nachdem Abziehen des Lacks wurden sie gut durchgeschliffen und bekamen auch noch neue Leisten.Da es die ganze Zeit so warm war, konnten wir auch schon mit Epoxi arbeiten; als erstes reparierten wir das Funier an der Unterseite unseres Cockpittisches, dieses hatte sich merkwürdigerweise an einem der Scharniere auf beiden Tischhälften gelöst.Die letzten Tage ging es dann am Boot weiter – während Robbi zwei ganze Tage lang Beschläge abbaute, begann ich mit dem Abziehen des Lacks von Deck und Aufbau. Erst mit Heißföhn und Spachtel den Lack runter holen, und dann gleich mit grobem Papier vorschleifen.
Um den Schriftzug LOTTE herum, kann man recht gut sehen, wie stark das Mahagoni ausgeblichen ist – und auch unter der Schrift hat es längst nicht mehr die Farbe, die es in der Kajüte hat…Mit dem Schleifen habe ich am Bug begonnen und mich dann langsam an der Backbordseite in Richtung Heck gearbeitet – so konnte Robbi gut alle Beschläge aus dem Weg räumen und ich hatte immer einen motivierenden Blick auf die immer größer werdende fertige Fläche.Da wir am Sonntag nicht so viel Lärm machen konnten, nutzten wir die Zeit, um die neuen Leisten an die Steckschotten zu leimen – eine Arbeit die wesentlich langwieriger war, als das Fräsen der Mahagonileisten an unserer schönen neuen Fräse.So wirklich fertig sind die Schleifarbeiten an Deck und Aufbau noch nicht –  an den Stellen die sich mit der Maschine nicht bearbeiten ließen, muss jetzt noch Hand angelegt werden!Da wir jetzt beim schleifen, und später dann beim lackieren, permanent um das Boot laufen müssen – inklusive Beizen rechnen wir mit 12 bis 14 Lagen – haben wir gestern dann auch noch ein komplettes Gerüst gebaut; jetzt haben wir für das ganze Deck einen perfekten Zugang.Nach der Vorübung an Backbord, war die Hälfte der Steuerbordseite schon nach zwei Stunden fertig – hier zeigte sich wieder einmal, wie genial das Plug-It System von Festool ist: Schlauch und Kabel sind am einen Ende am Sauger und am anderen Ende wechselt man die Schleifer.Jetzt haben wir schon eine Menge geschafft, aber morgen geht es wieder weiter – unser ergeiziges Ziel: Alle groben Schleifarbeiten noch in diesem Jahr fertig zu bekommen!

Kategorien: Winterarbeit

Ein Kommentar bisher.

  1. Torsten Gunia sagt:

    Hallo,
    das sieht nach sehr guter Arbeit aus. Ich bin fast sicher dass Ihr das schafft.Weiter so!