Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

… da gibts ne Frau mit rote Haare 🙂  (Naja, zum Nachsehen muss man erst einmal dorthin kommen…)

Von der herrlichen Morgensonne geweckt, verließen wir gestern gegen 11Uhr Kappeln. Vorher waren wir noch etwas einkaufen und vor allem Tanken… Wenn man sonst immer nur mit dem Auto durch Kappeln fährt, so kommt einem der Weg zur Tankstelle recht kurz vor – zu Fuß, in der knallen Sonne und mit 3 Kanistern braucht man dann doch schon etwas länger…

Mit einem harten Anlieger und guten 4Bft. aus West ging es dann die Schlei hinauf, genau zur Brückenöffnung erreichten wir Lindaunis und schoben uns mit mächtig Lage und unter Segeln zwischen all die anderen wartenden Boote. Mittlerweile war keine Wolke mehr am Himmel, wir krebsrot und der Wind hatte auf 5 bis 6 augebriest – also war Zeit für eine kleine Mittagspause: Bis 15Uhr lagen wir in dem beschaulichen Hafen von Ulsnis und genossen das letzte Stück von Renates leckerem Pflaumenkuchen.


Da der Wind nun direkt von vorne kam, sind wir per Motor durch die Missunder Enge – Ruhe vor dem Sturm…. Auf den letzten Meilen, über die Große Breite, haben wir dann richtig einen auf die Mütze bekommen.

Um 18 Uhr waren wir dann fest im komplett renovierten Stadthafen – 1A++ Sanitäranlagen, kostenlose Duschen und das für 10Euro. Also nix wie Salz runter, landfein machen und ab zu Ute; ihr neues Haus liegt auf dem Holm, direkt am Wasser und ca. 3 Gehminuten vom Hafen entfernt. Bis nach 22Uhr konnten wir draußen sitzen, dabei Angrillen, endlich kam das Gefühl von Segelsaison auf.

Heute Morgen kam dann der versprochenen Regen. Im Vollzeug zu Ute zum Frühstück und pünktlich für den Start in den Tag wurde das Wetter besser! Zwar hielten sich die grauen Wolken, aber mit dem von Ute geliehenen Auto ging es einmal auf die andere Seite der Schlei zum Haddebyer Noor und damit endlich zu den Wikingern. Das Museum ist wirklich einen Besuch wert, die multimediale Austellung ist spannend und zugleich sehr informativ. Ich war schon vor Jahren in dem Museum, nicht aber in dem neu gebauten Dorf und so marschierten wir ca. 3km am Noor entlang bis in eine andere Welt:

Hinter Wiesen mit alten Schaf-und Rindersorten steht ein kleiner Ausschnitt aus der ursprünglichen Wikingersiedlung – Gebäude aus verschieden Epochen von Haithabus kurzer aber dennoch sehr bewegter Geschichte. In dem Versammlungshaus saß dann auch noch der Seekönig auf seinem Thron:

Von Haddeby aus hat man einen sehr schönen Blick (trotz der Wolken) auf Schleswig – viele der Stadtportraits sind von hier gemacht worden.

Trotz dieses verheißungsvollen Schildes trennten sich nun aber unsere Wege von denen der Wikinger. (Außerdem gab es dort auch keine Frau mit roten Haaren…)

Wenn schon Kultur, dann auch richtig – wenn schon Schleswig, dann auch in den Dom! mit einer Besichtigung des St. Petri Doms und seines weltberühmten Brüggemann Altars endete heute unser Kulturprogramm.

Heute Nacht bleiben wir noch in Schleswig, bevor es dann morgen wieder in Richtung Ostsee geht – immer den Spuren der Wikinger nach!

Kategorien: Törns