Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

13
Feb
2011

Die erste Ölung

Am letzten Wochenende hatten wir mit vielen "Überstunden" endlich unsere neuen Kojen fertig gebaut – zum Schleifen waren wir aber noch nicht gekommen. Gestern – am Samstag – hatten wir strahlenden Sonnenschein und Temperaturen um die 5°C; perfekt, um vor der Halle in der Sonne zu schleifen. Während Robbi sich an den Feinschliff der Kojen machte und und in mühevoller Handarbeit alle Unsauberkeiten unserer Fräsaktion vom letzten Wochenende ausbügelte, habe ich die Leisten für unser Roll-Lattenrost gefertigt.

Vor 2 Jahren hatte mein Vater in seinem Haus neue Fenster bekommen und ich hatte das Glück mir all das schöne Mahagoni der alten Fenster mitnehmen zu dürfen – was ist für den Bootsbau besser, als 40 Jahre abgelagertes Holz?

Gegen Mittag erhielten wir dann Besuch: Mein Vater kam mit meiner Großmutter.

Oma hat bis vor 2 Jahren immer in Wackerballig von ihrem Wohnwagen aus auf Lotte aufgepasst und ist mit weit über 80 noch aufs Boot geklettert, um zu lenzen – natürlich kommt sie auch jetzt in jedem Winter und lässt sich alles  genau zeigen. Jetzt konnte ich natürlich auch meinem Vater zeigen, was ich gerade aus seinen alten Fenstern gemacht hatte.

Als die beiden wieder weg waren, ging es mit unserem Schleifen und Bauen weiter – nach all den Kommentaren vom letzten Post in der Art: "Oh, Björn arbeitet ja auch mal…" hier noch so ein Bild 🙂

Heute sollte es an gleicher Stelle weitergehen, aber erst mal mussten wir uns mit dem Winter arrangieren, dieser war über Nacht zurückgekehrt… Bei 0° in der Halle haben wir heute nicht ganz so lange gemacht – ich habe das Unterwasserschiff geschliffen, Robbi die Bilge (mit extra Handschuhen, Staubmaske, Staubsauger und anderen Klamotten wegen dem Bleianstrich der auch zum Teil angeschliffen werden musste).

Danach haben wir viele Teile ins Auto verladen: Die neuen Kojen sollen im Keller lackiert, und die Schubläden sollen von Robbis Vater repariert werden.

Im Keller haben die Kojen-Bretter dann das erste Öl bekommen – fast einen halben Liter Owatrol-Grondöl haben  die Kanten der Multiplexplatten aufgesogen. Jetzt noch 4 Schichten Lack über die Woche und wir können uns sicher sein, dass die Kojen nicht mehr vor Feuchtigkeit spaken und schimmeln werden.

Kategorien: Winterarbeit