Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

05
Feb
2011

Neue Kojen

In den letzten Jahren hatten wir ständig feuchte Kojen – und hiermit meine ich nicht (nur) die Polster, sondern insbesondere die Holzunterkonstruktion. Diese bestand pro Koje aus 3 bis 4 massiven Fichten Brettern, die mit 0,5cm Abstand einfach nebeneinander auf Leisten genagelt waren. Das Holz war seit eh und je unbehandelt und so fingen die Bretter an einigen Stellen an zu Rotten, an anderen war der Holzwurm drin und insgesamt waren sie immer feucht. (Die, mit 8cm Stärke, relativ dünnen Polster taten das ihre dazu, indem sie jeden Schweiß der Nacht ganz einfach nach unten an die Hölzer abgaben.)

Diesen Winter wollten wir nun endlich neue Kojen bauen – zumal wir ja auch den Plan mit dem Roll-Lattenrost (siehe letzter Post) hatten. Nach langem hin und her über Konstruktion und vor allem Material  fiel unsere Wahl dann auf eine Kopie der alten Konstruktion allerdings mit einer lackierten Multiplex-Platte anstelle der alten Bretter. Für einen sehr guten Preis, über 60% billiger als hier in Harburg, kaufte ich die Platten in 15mm Stärke bei HBV in Wilhelmshaven und heute ging es dann ans einpassen:

Zuerst übertrugen wir ganz grob die alte Form auf die neuen Platten, dann ergänzten wir die Aufmaßung um einige Stellen die wir verändern/verbessern wollten.

Die neuen Kojen sollen nicht nur durch die spätere Lackierung wasserabweisend sein, sie sollen auch durch Schlitze in Längsrichtung für eine bessere Belüftung der Kojen von unten sorgen.

Nicht alles lässt sich so einfach Fräsen – die Anpassung der Kojen an die Spanten geschieht ganz klassisch per Hand: Koje in Größe des Spants ausklinken und die Unterseite dann auf 45° abschrägen.

Während ich von der einen Seite gefräst habe, hat Robbi von der anderen Seite immer nach gemessen, gefegt, die Schiene neu ausgerichtet und gute Miene zum bösen Spiel gemacht… die ganze Aktion hat heute 12h gedauert….

Aber obwohl die Platten noch nicht einmal fertig geschliffen sind, kann sich unsere Arbeit sehen lassen :

Auch das Probeliegen (für die Kojenbretter, nicht für uns) macht schon was her:

Die Arbeit mit dem Fräsen haben wir und auch nur bei den beiden Kojen gemacht, in denen wir schlafen. Die beiden Kojen im Vorschiff sind seit über 15 Jahren nicht mehr zum Schlafen genutzt worden – dort lagern nur unsere Segel, Taschen, die Kuchenbude und was wir sonst so mit nehmen. Da sich schon so manches Mal ein Taschengriff oder ein anderes Teil in den Spalten der alten Fichtenbretter verfangen hatte, haben wir jetzt auf jegliche Schlitze vorne verzichtet. (Sollte sich das belüftungstechnisch als Fehler herausstellen, so werden wir im nächsten Winter mit einer Lochsäge einfach große Löcher in die Platten schneiden.)

Jetzt sind wir erstmal froh über zwei (+2) neue Kojen und am nächsten Wochenende geht es dann hoffentlich mit den Schubladen unter den Kojen weiter – die haben es auch bitter nötig….

Kategorien: Winterarbeit