Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Selten war eine Saison für uns in den letzten Jahren so früh zu Ende, aber 2019 stand noch eine besondere Reise an: Zum goldenen Jubiläum unseres Aikido-Lehrers planten wir noch eine Reise nach Japan und daher wollten wir unsere alte Dame schon vorher aus dem Wasser holen.

Seit einigen Jahren haben wir immer größere Probleme ein passendes Zugfahrzeug zu finden, aber diese Mal haben wir Glück: Wir bekommen den Landrover von Bärbel&Helmut, dafür bekommen die beiden ein langes Wochenende in Hamburg.

Am Freitag, dem 11. Oktober, übernehmen wir mittags den Wagen, holen schnell unseren Trailer aus der Halle und machen uns auf den Weg in den Stau auf der A7. Trotz eines frühen Aufbruchs kommen wir erst spät an, aber Ike&Karin geht es nicht viel besser und so treffen wir uns nicht im Hafen, sondern im Fährcafé in Bonsberg.

Am Samstag ist aber noch Zeit für ein ausgedehntes Frühstück an Bord, denn LOTTE ist bereit und unser Krantermin erst um 14 Uhr. Die Fahrt von Wackerballig nach Gelting-Mole ist reine Routine und genauso sind es die Handgriffe an Bord – schon wenige Minuten nach unserer Ankunft ist der Mast gezogen und bald darauf hängt LOTTE in den Gurten.

Noch im Hellen und Trockenen machen wir alles für den Abtransport am Sonntag fertig, dann geht es zu Fuß nach Wackerballig und mit allen Freunden zu Jenny ins Wackerpulco – jetzt ist wirklich der letzte Abend der Saison und den verbringen wir natürlich mit unseren Freunden im Heimathafen!

Sonntag, es kündigen sich mal wieder Regenschauer an, machen wir uns zeitig auf den Weg nach Süden; LOTTE steht gut und sicher auf ihrem Trailer und der Landi von Bärbel&Helmut macht das Fahren zum Kinderspiel. In Holzbunge machen wir eine kurze Rast, essen ein Fischbrötchen und kontrollieren nochmal alle Spanngurte vor der Autobahn, dann geht es nach Hamburg und weiter in die Heide.

Während der gesamten Fahrt gießt es wie aus Eimern und so kommt unsere alte Dame tropfnass in ihr Winterlager – kein gutes Gefühl, vor allem, da kurz nach dem Rangieren die Sonne hervor kommt.

Gern hätten wir LOTTE noch einmal zum Trocknen nach draußen geholt, aber wir haben ja noch eine Verabredung mit Bärbel&Helmut und so muss unsere alte Dame vor sich hin tropfen, bis wir aus Japan wieder da sind.

2019 war ein schönes Segeljahr, wenngleich wir trotz unserer vielen Besuche in Wackerballig seltener auf dem Wasser waren als im Jahr davor. Für uns zeigt sich ganz deutlich die Unbeständigkeit des Wetters – die Extreme nehmen auch in der Saison zu und so gab es 2019 deutlich mehr Hafentage als in den Jahren zuvor.

Bevor es aber neue Erfahrungen in der Saison 2020 gibt, machen wir uns erstmal auf den Weg in das Land der aufgehenden Sonne und dann folgt die Wintersaison – mit einem Holzboot wird es niemals langweilig.

Kategorien: Törns, Winterarbeit