Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

19
Apr
2021

Ein kurzer Winter

Für die großen Lackierarbeiten hatten wir alles gut vorbereitet; und so hatten wir geplant, dass Robbi und Sebastian bereits mittags zur Halle fahren und ich nach der Arbeit dazu stoße – wir wollten einfach die Windstille und die perfekten Außentemperaturen für die ersten Lackschichten nutzen.

Als ich, den Wagen voller Grillgut, bei den beiden ankam, waren die letzten Lascher geklebt, alles noch einmal entstaubt und der Lack für die ersten beiden Gänge schon angemischt. Mit einer Ablüftzeit von knapp 20 Minuten kamen die ersten beiden Lagen auf das Boot und die Kleinteile – dann konnten wir den Grill anwerfen.

Grillen macht immer Spaß, aber es dauert auch und so wurde es dann doch recht spät, bevor wir wieder an die Arbeit gingen. Glücklicherweise hatten wir auch abends noch 15Grad und so konnten die dritte und vierte Lage – wieder mit einer Ablüftpause von 20 Minuten – zügig gespritzt werden.

Zwei Tage nach unserem ersten Lackiertag kam der Winter zurück. Kalte Winde wehten um die Halle und die Temperaturen fielen wieder unter den Gefrierpunkt – keine guten Voraussetzungen für einen 2K-Lack. Wir nutzen die Zeit für andere Arbeiten, polierten die letzten Beschläge und lackierten den Mast. Dann wurde es tatsächlich wieder etwas wärmer und der Wind nahm ab – die letzten vier Lagen konnten gespritzt werden.

Für den Grill war es leider zu kalt und daher gab es das Mittag dieses Mal in unserer gut geheizten Halle. Ein bisschen wollten wir nach all dem Lack aber schon frische Luft schnappen und so gab es dann wenigstens Kaffee und Kuchen an der Feuertonne vor dem Tor.

Dann ging es an die letzten Lagen und am Abend des 28. Februar, genau einen Monat vor unserem Krantermin, hatten wir alle Lackierarbeiten fertig.

Mit einer Woche Pause, der Lack muss erstmal weit genug härten, ging es dann ans Schleifen und Polieren. Routiniert wurden die wenigen Lacknasen mit dem Lackhobel entfernt und dann alles mit 1500er Papier geschliffen – fürs Polieren kam Sebastian wieder vorbei.

Ich nutzte die Zeit um den Rumpf zu wachsen und vor allem, um alle Beschläge von unten mit einem Moosgummi zu bekleben. Wir haben ein 1mm selbstklebendes Gummi gefunden, dass wir auf alle Mastbeschläge geklebt haben. Beim Anbau der Beschläge kam dann etwas Fett dazwischen und so hoffen wir die Beschläge das nächste Mal etwas leichter (und vor allem ohne den gesamten drunterliegenden Lack) lösen zu können.

Als alles poliert und gewachst war, konnte Robbi innen saugen und dann nass wischen. Hierbei ist „nass“ besonders wichtig, denn das von innen auf den Planken stehende Wasser sorgt dafür, dass das Holz schon gut vorquillt. Seit wir das Boot mindestens zweimal gut nass wischen, nehmen wir nach dem Kranen kaum noch Wasser und das Wischen ist wesentlich effektiver als das Boot einfach nur mit feuchten Handtüchern auszulegen.

Nach dem Reinigen folgten das Beladen und der Abbau unseres Gerüsts, dann war LOTTE fertig. Am Sonntag den 28. März stand unsere alte Dame abfahrbereit in ihrem Winterlager – jetzt musste es am kommenden Tag nur noch mit dem Zugfahrzeug klappen.

Kategorien: Winterarbeit

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