Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

22
Apr
2014

Es ist geschafft !

In diesem Jahr hätte es klappen können – Ostern im Wasser. Leider waren die Wochenenden im März/April so voll und noch soviel Arbeit an LOTTE übrig, dass wir (wie jedes Jahr) zu Ostern noch volles Programm hatten. Während also draußen die schönste Sonne schien, standen wir in der Halle und haben geschliffen, poliert und Teile angebaut. (Wenigstens ohne die frostigen Temperaturen von vor einem Jahr.)

Da ich am Mittwoch, den 16.4., einen beruflichen Termin in Hamburg hatte, konnte ich am Abend gleich zu Robbi und Sebastian stoßen – es galt die letztenTeile zu polieren. So wirklich glücklich darüber wirkte Sebastian nicht, irgendwie bin ich wohl doch zu genau… und finde auch zu später Stunde noch Nasen und andere unschöne Stellen…

So gegen 19Uhr, zu Beginn unserer Arbeiten, waren alle noch gut gelaunt und die Sonne schien herrlich durch die offenen Hallentore. Wir hatten extra eine kleine "Polierstation" draußen eingerichtet – so konnte Sebastian noch die letzten Sonnenstrahlen tanken.

Als dann (fast) alle "losen" Teile fertig waren, ging es ans Boot; dort waren zwar keine großen Flächen mehr zu polieren, aber gerade die vielen kleinen Stellen kosteten Zeit und Nerven. Mittlerweile war es dann auch dunkel und merklich kühler geworden und so machten wir die Tore dicht und es ging nur noch drinnen weiter.Jedes, von Sebastian fertig polierte Teil, wurde dann von Robbi gleich wieder verbaut – schön mit Fett an den Schraubenlöchern, damit auch dort kein Wasser unter den Lack kriechen kann. Hierfür hat sich eine Mischung aus Winschfett und Owatrolöl als sehr gut erwiesen; das Zeug härtet nicht aus wie ein Lack und die beiden Komponenten sorgen für einen guten Mix aus Kriechöl und Schmierung.  So wurde es mal wieder recht früh (oder spät) und dieses Mal sorgte dann Robbi für einen bösen Blick von Sebastian: Als dieser gerade meinte fertig zu sein, es war kurz vor 3 Uhr, entdeckte Robbi noch eine große Laufnase im absolutem Sichtbereich knapp über dem Namenszug – das musste natürlich noch gemacht werden!

Nach so einer kurzen Nacht war aber an Ausschlafen nicht zu denken, am Donnerstag wollten wir den Motor aus der Inspektion holen, gleich nebenan zu IKEA und in den Baumarkt und uns dann um den Mast kümmern… Trotz einiger Staubeinschlüsse und merkwürdiger Stellen im Lack haben wir ihn (schweren Herzens) als fertig definiert und jetzt mussten alle Beschläge wieder dran.

Mit viel Schaffen wurde es dann aber nichts, denn gegen Abend kam Jens zu Besuch und wollte LOTTE "vermessen". Er ist seit einiger Zeit selber Besitzer eines Folkeboots und nach seiner professionellen Totalrestaurierung wollte er sich einige Ideen für den Innenausbau holen.

Erst am Karfreitag kamen wir dann wieder zum Arbeiten – zwischen einem Geburtstagsbrunch und Grillen mit Mike und seiner Familie, schaffte Robbi einige der Beschläge am Mast und ich konnte den ganzen Rumpf einmal polieren. Der 2K-Lack ist zwar um einiges durabler als der alte Bootslack, aber ein wenig Pflege tut auch ihm ganz gut.

Nachdem wir am Karfreitag noch einige kräftige Regenschauer hatten, wurde es dann am Wochenende richtig schön! Bei bestem Sonnenwetter trugen wir den Mast vor die Halle und Robbi machte sich an das Montieren der restlichen Beschläge. Wenn man jede Schraube kontrolliert, sie mit Fett einsetzt und alles (wegen der vielen Schlitzschrauben) per Hand macht, so dauert das ganz schön lange… aber bei gleichzeitigem Sonnenbaden macht das ja nichts.

Und so konnten wir den Mast – nach viel zu langer Zeit – endlich wieder unter das Dach hängen; langsam waren wir es auch leid, immer um ihn herum zu laufen oder ihn jedes Mal neu schleifen zu müssen…

Trotz des guten Wetters ging es dann von draußen nach drinnen: LOTTE war soweit fertig und musste jetzt gründlich gereinigt werden. Seit ein paar Jahren haben wir dafür einen guten Weg gefunden, erst wird alles gesaugt und danach nass gewischt. Die Betonung liegt hier auf dem "nass", denn im Gegensatz zum feucht wischen, legen wir es darauf an, dass viel Wasser im Boot verbleibt. Mit dem Wischen wollen wir nicht nur den verbliebenen Staub entfernen, sondern vor allem auch das Holz schon etwas wässern… … was sich außen auch sehr schnell zeigte: Überall wo Robbi innen gewischt hatte, tropfte es außen durch die Planken. Da Ostersonntag für die Familie reserviert war, ging es erst am Ostermontag weiter – LOTTE wollte beladen werden und das ist immer eine langwierige Aktion. Nachdem wir Kisten mit Tauen und Kästen mit Porzellan, Seekarten, Elektronik, Segelanzüge, Kissen und die Polster vom Dachboden geholt hatten, wurde alles in die beiden Volvos verladen. Vereint mit all jenen Dingen, die in der Halle überwintern, wurde daraus wieder ein stattlicher Berg – wir wundern uns jedes Jahr, was alles in so ein Folkeboot passt! Nach einigen Stunden war es dann soweit: LOTTE war abfahrbereit! In der Kajüte ist alles verstaut… …die Sachen fürs Auto stehen bereit… … der Trailer ist von den Böcken und die Zurrgurte sind positioniert… … jetzt müssen sie am kommenden Samstag nur noch fest gezogen und der Mast verladen werden – dann kann es los gehen!

In diesem Jahr war der Winter recht mild und dennoch haben wir wieder viel zu lange gebraucht… trotzdem sind wir jetzt fertig und den nächsten Post wird es geben, wenn LOTTE wieder im Wasser ist.

Kategorien: Winterarbeit

Ein Kommentar bisher.

  1. Ralf Schwarz sagt:

    Hallo Björn und Crew,

    ich wünsche euch eine schöne und sonnige Saison, viel Freizeit und interessante Törn's.

    Hat man da nicht angst vor Kratzern wenn das Boot so wie aus dem Ei gepellt vor einem strahlt? 😉

    Möge Odin sein waches Auge immer auf euch halten.

    Beste Grüße

    Ralf