Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

08
Apr
2014

Seinem Namen gerecht

In den vergangenen Wochen ist an LOTTE viel passiert – trotz Krankenbesuchen, Temperaturstürzen, Nachtschichten, Aikidolehrgängen und vielen Rückschritten…

Zusammen mit Sebastian hat sich Robert des Finishs von allen Klarlackteilen gewidmet und dabei merkte Sebastian schnell, dass seine Aussage vom letzten Jahr "das mach ich das nächste Mal" ihn nun doch in einige Schwierigkeiten brachte: Im letzten Jahr hatten wir den Lack von Spiegel komplett abgezogen und dazu auch alle Beschläge entfernt – dieses Jahr musst drum herum gearbeitet werden…In der letzten Saison hatten wir einige Probleme mit dem Lack an den Laibhölzern: Von der Seite mit der Naht ist an einigen Stellen Wasser unter den Lack gedrungen und hat diesen gelöst – daher werden wir im kommenden Winter die ganzen Laibhölzer abziehen und mit einem neuen Verfahren behandeln. Dieses Jahr war also nur "Spotrepair" angesagt und dafür kennen wir ja den Richtigen!Bereits nach der ersten Lage Lack wurde der Spiegel wunderbar, hier machte sich die gute Umgebungstemperatur in diesem Jahr deutlich bemerkbar. Um den Übergang vom Spiegel auf die Planken (erkennbar an der Linie vom Klar- zum Weißlack) gut zu versiegeln, entschieden wir uns den absolut farblosen KFZ-Lack auch auf den Farblack aus zu dehnen. Mit einem guten Tiefgrund und einigen Schichten Lack aus dem letzten Winter, sollte der Spiegel jetzt ausreichend geschützt sein.In unserem kleinen Lackierzelt bekam dann auch der Reitbalken seine letzten Schichten. So schön unser Design ist, so schwierig ist dieses Teil zu bearbeiten – nicht nur, dass es sich bescheiden Schleifen lässt, beim Polieren zeigen sich die vielen Rundungen und man trägt einfach zuviel Lack ab.Während es also unter der Woche (oder besser in den Nächten von Donnerstag auf Freitag) gut voran ging, blieben einige andere Teile liegen – der Mast ist immer noch nicht fertig lackiert, die Beschläge noch nicht poliert, das Deck noch nicht nachverfugt…

Wenigstens konnten wir (oder besser Mike) unsere neue Bandsäge ausgiebig testen. Mühelos sägte sie durch 80mm Eiche und so brauchte Mike nicht lange, um mit seinen Schablonen passgenaue Stücke für einen seiner Kiele zu fertigen.

In der folgenden Woche ging die Arbeit dann wieder gut voran – der Spiegel konnte poliert werden und wieder zeigte sich, dass wir im letzten Jahr echt Glück hatten, als wir die Shinex so günstig in der Bucht ersteigert hatten. Sebastian war auf jeden Fall angetan und das merkte man dann auch im Ergebnis: Der Spiegel macht jetzt seinem Namen alle Ehre!In unserem Mast steckt in diesem Jahr aber der Teufel… das Finish will einfach nicht gelingen. Die ersten Lagen – einfach drauf gepinselt – sahen alle besser aus, als unser "Endergebnis". Mal ist der Lack in dicken Nasen gelaufen, mal bildete er eine Orangenhaut oder er war voller Staub – das Ergebnis war auf jeden Fall immer das gleiche: Neu schleifen!Wie dankbar sind da doch einige der Teile vom Innenausbau – sauber mit Öl getränkt und nach einer Stunde mit dem Lappen poliert – so schnell erzielt man vorzeigbare Ergebnisse.Jetzt warten noch der Reitbalken, der Baum und einige Teile des Cockpits auf ihre Politur, dann können wir die Lackierarbeiten am Boot als fertig ansehen… wenn da nicht noch der Mast wäre. Das Ergebnis, vor allem vom Spiegel, wollen wir jetzt endlich im Wasser sehen!Bis dahin ist aber noch einiges zu tun, nicht nur am Mast. Immerhin ist aber seit Sonntag der Wasserpass fertig und wir sind gut im (neuen) Zeitplan. Als wir vor einem Jahr zum 1. Mai ins Wasser gingen, da hatte die Ostsee noch 4 Grad und nachts bildete sich Eis auf dem Steg. Im Alssund sahen wir unbekannte Gebäude hinter den unbelaubten Bäumen und wir hatten das Gefühl mitten im Winter zu segeln… Jetzt, Anfang April, beginnt bereits der Raps zu blühen und es sind noch 14 Tage bis Ostern – trotzdem werden wir es leider nicht schaffen, die Osterfeiertage auf dem Wasser zu sein.

Wir müssen nicht nur das ganze Boot noch von außen polieren, alle Beschläge anbringen, das Deck nachverfugen, den Mast lackieren und Teile der Bilge streichen, wir müssen auch noch das komplette Boot reinigen und beladen. Die beiden letzten Schritte werden uns den gesammten Ostersonntag und Teile vom Ostermontag kosten, aber dann wird LOTTE abfahrbereit auf uns warten und am Samstag, den 26. April, wieder in ihr Element eintauchen können!

Kategorien: Winterarbeit