Himmelfahrt – ein Meer voller Boote : Folkeboot Lotte

Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Ende Mai, Anfang Juni beginnt die Sommersaison mit Hafenfesten, Regatten, Festivals und einer Ostsee voller Boote. Jedes Jahr zu Himmelfahrt finden in unserer Region nicht nur die Heringstage in Kappeln statt, sondern auch die Rumregatta in Flensburg – die Wetterprognose versprach vier Tage bestes Segelwetter und so nutzten LOTTE und Seewiefke den Ostwind und setzten Kurs in die Flensburger Förde!

Auf der Höhe von Langballigau, wo die Förde langsam enger wird, merkten wir, dass es schon richtig voll auf dem Wasser wurde: immer mehr Boote kreuzten aus der Förde, große bunte Spis kamen achterauf und mehr als einmal wurde es auch richtig knapp.

Während Gunthi&Nino direkt zu den Ochseninseln segelten, machten wir bei Holnis einen kleinen Bogen und holten Bärbel&Helmut ab, die pünktlich durch die Brücke aus dem Egernsund kamen. Zusammen mit unseren Freunden kam auch die Dagmar Aaen von Arved Fuchs aus dem Egernsund, dort hatte sie die letzten Monate auf der Werft verbracht und war nun wieder fit für Expeditionen in ferne Meere und die Rumregatta am Samstag.

Auf der weiteren Tour in die Förde begegneten wir dann so manchem Traditionssegler; die meisten waren auf dem Weg nach Sønderborg um von dort am Freitag gemeinsam die Zubringer-Regatta nach Flensburg zu segeln.

Obwohl Gunthi&Nino schon voraus gesegelt waren, kamen wir fast zeitgleich mit ihnen auf den Ochseninseln an und waren erstaunt über den leeren Hafen. Wo es normalerweise vor Segel- und Motorbooten, vor Paddlern und Tagesgästen wimmelt, lagen nur 5 Schiffe und wir hatten die Insel fast für uns alleine. (Wir lieben ja so einfache "Häfen", aber für die Jungs war es dort wohl doch etwas zu rustikal… sie suchen dann eher den Komfort großer Marinas mit ihren Chipkarten und Versorgungsmöglichkeiten…)Wir machten längs der Jungs fest und dann gab es erstmal ein fröhliches Willkommen an Bord von ollejan, dem neuen Boot von Bärbel und Helmut. Nachdem dieses Boot im letzten Jahr noch den alten Namen Indian Summer trug, war es zu Beginn dieser Saison feierlich umgetauft worden – aus Indian Summer wurde Bollejan, ein holländischer Name für ein holländisches Boot. In Holland, wo das Boot auch gebaut worden ist, bezeichnet er unter anderem ein Halbwindsegel (ähnlich einem Blister), und ist daher mehr als geeignet für ein Segelboot.

Leider hatten die beiden bei der Namenswahl nicht bedacht, dass Bollejan in Dänemark liegen sollte und die Bedeutung dort eine ganz andere sein könnte… Nach der Aufklärung durch eine Nachbarin, der das wohl sichtbar peinlich war, wurde das "B" dann schnell entfernt und aus Bollejan wurde ollejan – mal sehen, wie das Boot im nächsten Jahr heißen wird. Aus dem "Anleger" wurden dann zwei oder drei und aus den Gläsern Flaschen – so übersprangen wir den Kaffee und gingen nahtlos in das gemeinsame Grillen über und hier wurde wieder richtig aufgetischt! Sicherlich war es früher beachtlicher, als wir diese Mengen an Antipasti, selbstgemachten Salaten, guten Drinks und schönem Porzellan aus zwei Folkebooten holten, aber auch so wurde der Abend sehr schön und wir fielen todmüde in die Kojen. Am Samstag ging es dann erst zur Mittagszeit weiter; wir hatten so lange gewartet, bis wir die Chance hatten dem Regattafeld zu begegnen und wir wurden nicht entäuscht! Zwischen all den vielen Segeln, Masten und Booten war es gar nicht so leicht ollejan und Seewiefke im Auge zu behalten.Zusammen mit Gunthi&Nino beschlossen wir nach Gråsten zu segeln, zum einen ist das Nybøl Nor sehr hübsch und zum anderen kannten wir alle diesen Hafen noch nicht. Wir machten beim Segelclub fest und für mich war es eine Reise in die Vergangenheit: Tolle Lage, nette Leute, 80Dkr für ein Folkeboot und Strom&Dusche inklusive – was wollen wir mehr?Am Samstag wollten wir zurück nach Wackerballig, um dann abends mit dem Auto noch nach Flensburg zu fahren. Schon kurz hinter der Brücke merkten wir, dass der Wind erheblich zugenommen hatte und jetzt mit 5 bis 6Bft. aus Westen kam – wir setzten also Segel und nach nur 3 Stunden Rauschefahrt kamen wir bei bestem Wetter in unseren Heimathafen.

Nach diesem schönen Saisonauftakt freuen wir uns jetzt umso mehr auf Pfingsten, denn dann haben wir eine Woche Urlaub und können zu neuen Ufern aufbrechen – auch in der Nähe gibt es noch viel zu entdecken!

Kategorien: Törns

Ein Kommentar bisher.

  1. Deborah sagt:

    Beautiful!   Great Blog, Great Pics!  Happy "JUNE" to you both!  xx