Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Seit Ende Oktober ist LOTTE jetzt aus dem Wasser und auch, wenn wir bis jetzt noch nicht so oft bei ihr waren (und auch noch nichts geschrieben haben), ist doch einiges passiert.

Nachdem wir unsere alte Dame für ihren Winterschlaf vorbereitet hatten, folgten erstmal die Hanseboot, ein Wochenende Aikido und unsere Reise nach Irland. Irgendwie wurde uns ganz wehmütig, als wir bei 15°C und strahlender Sonne im Hafen von Kinsale mit einigen Seglern ins Gespräch kamen – „Wir segeln nur zwischen den Jahren nicht, da sind wir zu besoffen“ war die lapidare Erklärung des vollen Hafens.

Im Dezember legten wir dann aber endlich los und nutzen als erstes den Freiraum unter dem Boot ohne unser Gerüst. Wie in jedem Jahr hatten wir auch nach dieser Saison wieder einige Blasen im unteren Bereich des Antifoulings und dort, wo der Hochdruckreiniger nicht schon alle Farbe vom Holz geholt hatte, mussten wir eben mit dem Schleifer ran.

Jetzt hat das Unterwasserschiff genug Zeit zum Trocknen (und ich habe genug Zeit, um mir wieder einmal neue Tipps für unsere Problemstellen zu holen), bevor wir dort wieder streichen.

Der weiße Lack am Rumpf sieht noch immer super aus und so werden wir den nur reinigen und polieren – die viele Arbeit im letzten Jahr hat sich wirklich ausgezahlt.

Unser Klarlack ist sehr viel besser als im Jahr davor, aber leider hat er sich an einigen Nahtstellen gehoben… Da er auf der kompletten Fläche aber auch etwas eingefallen ist, werden wir die Schadstellen ausbessern und dann das ganze noch einmal überlackieren.

Die meisten echten Schäden hat in diesem Jahr unser Mast, aber hier konnten wir von den milden Temperaturen profitieren – nach einem Tag des gründlichen Schleifens hat er jetzt schon wieder 3 Lagen Lack bekommen. (Wir haben drauf verzichtet ihn komplett ab zu ziehen, denn die Schäden waren rein mechanischer Art und der Grundaufbau des Lacks noch vollkommen in Ordnung.)

Nachdem wir das Unterwasserschiff geschliffen hatten, konnten wir dann auch unser Gerüst wieder aufbauen. Rainer, der jetzt leider nicht mehr unser Hallennachbar ist, besuchte uns noch einmal und gemeinsam optimierten wir sein Werk so, wie wir es im letzten Frühjahr besprochen hatten. Jetzt können wir noch einfacher (und sicherer) um LOTTE herum gehen und sehr viel besser und effizienter arbeiten.

Während unsere Arbeiten im letzten Winter ja vor allem am Bootskörper selber stattfanden, wollen wir uns dieses Jahr verstärkt um die Klein- und Ausrüstungsteile kümmern:

  • Ruderbank und Backskistendeckel sollen die gleiche Farbe wie das Cockpit bekommen
  • die Schäden an Mast und Baum müssen ausgebessert werden
  • die Beschläge sollen poliert werden
  • die Kojen sollen einige ihrer „Staubfallen“ verlieren
  • die Kabel vom alten GPS müssen entfernt werden
  • die Kajütbeleuchtung soll LED Leuchtmittel bekommen

Daneben stehen aber auch noch Arbeiten in der Bilge und am Deck an.

Als erstes ging es aber an einen der Backskistendeckel – dort war schon vor Jahrzehnten eine Leiste angeleimt worden, die jetzt nicht mehr richtig hielt. Ein guter Grund mal Matthias zu besuchen und in seiner perfekten Werkstatt ein paar präzise Schnitte aus zu führen und gleichzeitig die neue Leiste an zu passen. Jetzt wartet das Ergebnis unserer Arbeit auf seine Begegnung mit dem Schleifer, bevor es dann nach Weihnachten gebeizt und lackiert wird.

Kaum dass wir mit den Arbeiten begonnen haben, machen wir auch eine kleine Pause über die Feiertage, danach soll es aber richtig in die Vollen gehen – wir würden gerne das erste Mal zu Ostern im Wasser sein.

Kategorien: Winterarbeit