Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Irgendwie ist das Ende einer Saison immer gleich. Ganz plötzlich, zum Teil ist das Wetter noch perfekt zum Segeln, verabschieden sich die ersten und dann werden Häfen und Ostsee immer leerer.

In diesem Jahr war es genau so, es begann mit dem endgültigen Abschied von Seewiefke und endete mit unserem Kranen am vergangenen Samstag. Selten waren wir so spät im Jahr, selten lief alles so glatt ab.

Am Freitag holten wir unser diesjähriges Zugfahrzeug und freuten uns über das kostenlose Upgrade von Starcar – der dicke Benz war echt die Wucht. Mit genug Power für unser Gespann, einem kurzen Radstand und einer Automatik war er perfekt für das Rangieren des Trailers. Durch Stau und anfänglichen Regen ging es nach Wackerballig und dort wurden wir von einem herrlichen Sonnenuntergang empfangen. Wir verbrachten noch einen letzten Abend mit Werner und Jenny im Wackerpulco, bevor wir dann noch eine Nacht an Bord verbrachten. (Bevor wir aber in die Koje konnten, hieß es erstmal: Klettern! LOTTE lag über einen Meter tiefer und da war es gar nicht so einfach an Bord zu gelangen.)

Am Samstag mussten wir früh hoch. Frank, einer der Hafenmeister aus Gelting-Mole, hatte angerufen: wir sollten doch schon um 8:30Uhr und nicht erst um 10Uhr kommen. So machte ich mich auf den Weg über die Bucht, Thomas und seine Old Lady im Schlepp.

Der Morgen war herrlich; bei 12 Grad und schönster Sonne legten wir erst den Mast und dann stand LOTTE auch schon auf ihrem Trailer. Da wir so viel Zeit gewonnen hatten, nahmen wir die Frühstückseinladung von Jenny gerne an und wanderten noch ein letztes Mal in diesem Jahr nach Wackerballig. Die ganze Bucht war voller Graugänse und die Sonne ließ das Herbstlaub goldig glänzen.

Nach dem Frühstück verluden wir den Mast und sicherten das Boot – eine Arbeit die immer gut 2 Stunden dauert – und dann ging es gen Süden. Die Autobahn war komplett frei und so erreichten wir unsere Halle absolut stressfrei. Mit dem guten Zugfahrzeug und der neuen Freifläche vor dem Tor war das Rangieren absolut problemlos, und als LOTTE kurze Zeit später auf ihren Böcken stand, ging es für uns nach hause.

Sonntag, durch die Zeitumstellung ungewöhnlich früh, waren wir dann wieder beim Boot und räumten alles aus – ein Teil auf das neue Regal in der Scheune, ein anderer Teil für den Dachboden zu Hause. Den Abend über liefen dann mehrere Waschmaschinen für das Tauwerk, die Decken, Schlafsäcke und Kissenbezüge, sowie einige Geschirrspüler für das ganze Küchenequipment. Alles wie in jedem Jahr.

Damit ist wieder eine Saison mit LOTTE zuende, für mich war es die zwanzigste! Zwanzig Sommer und Winter liegen hinter uns beiden und mittlerweile kennen wir uns ganz gut. Viele sind den Weg zu einem Teil mitgegangen und jedes Jahr bringt weitere Veränderungen. Dieses Jahr war das erste ohne meine Großmutter, das letzte mit Gunthi&Nino und das zehnte mit Robbi – mal sehen, was in der nächsten Saison auf uns zu kommt…

Jetzt kommt aber erstmal die „zweite Saison“ für Holzboot-Besitzer: der Winter. Da kommt wieder einiges an Arbeit auf uns zu, vor allem weil wir es versuchen wollen 2017 das erste Mal zu Ostern im Wasser zu sein – ein großes Ziel!

Kategorien: Törns, Winterarbeit

Ein Kommentar bisher.

  1. Lycka sagt:

    Hallo Ihr Beiden,

    wir wünschen Euch einen schönen Winter!

    Ostern auf Lyo?

    Schöne Grüße, Karin und Ike