Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Wärend wir im Januar noch recht annehmbare Temperaturen hatten, war der eisige Februar viel zu kalt für Arbeiten am Boot… bei -15°C frieren die Finger nach wenigen Minuten und auch heiße Getränke helfen nur sehr wenig. Wir haben aber das beste aus der Situation gemacht, haben viele Kleinteile per Hand in der Halle geschliffen und sie dann zum Ölen mit nach hause genommen. Im Keller haben wir dann auch den neuen Ruderkopf verleimt, was bei dem sperrigen Teil in so einem kleinen Keller garnicht so einfach war. Trotzdem sah man jeden Tag den Fortschritt und dieses Gefühl haben wir dann am vergangenen Wochenende mit in die Halle genommen.

Arbeiten bei fast 10°C – draußen in der Sonne auch viel mehr – ist doch etwas anderes und so haben wir viel geschafft und festgestellt, dass wir in diesem Jahr doch weniger zu tun haben als erwartet:

  • Unsere Aktion vom letzten Winter, das Holz im Unterwasserbereich vor dem Anstrich mit dem Primer zu ölen, war eine gute Entscheidung; in diesem Jahr haben wir dort sehr viel weniger abgeplatze Farbe und die jetzt aufgetretenen Stellen sind nicht die selben, wie im letzten Jahr.
  • In der Bilge müssen wir nur den Boden und die unterste Planke (auf beiden Seiten) machen, alles andere sieht noch top aus!
  • Am Deck und an den Aufbauten haben wir Schadstellen gut geschliffen und auch schon geölt. Ölen (mit dem Owatrol Grundöl) geht auch bei sehr tiefen Temperaturen und das Öl dringt tief in das Holz ein und konserviert es. Vor allem aber sorgt es dafür, dass unser 2-komponentiger PKW-Lack nicht vom Wasser unterkrochen werden kann, wenn es mal einen Schaden gibt. (Dieses war an einigen Stellen aufgetreten und man merkte sogleich, warum man traditionelle Bootslacke erst mit hoher Verdünnung aufträgt… das Holz darf nicht nur auf seiner Oberfläche geschutzt sein!)
  • Unser Freibord ist auch nach 3 Wintern immer noch perfekt – der LKW-Lack hält, reißt nicht und hat immer noch einen tollen Glanz!

Diese Punkte sind immer unsere großen Baustellen gewesen, in diesem Jahr sind sie aber eher klein. Natürlich ist trotzdem noch viel zu tun und wir gucken schon wehmütig auf die vielen Segler die bei Facebook bereits ihre Krantermine für die kommenden Wochen posten – wir werden unsere Hauptarbeit am Boot erst zu Ostern machen und daher auch erst Ende April oder Anfang Mai ins Wasser kommen… hier wie immer unser Aufruf, unsere Frage:

Wer hat ein Zugfahrzeug mit Kugelkopfkupplung und mind. 2,8t Zuglast?

Wir sind wieder auf der Suche und freuen uns über jede Nachricht!!!

Jetzt aber noch etwas ganz anderes – diese Homepage scheint mittlerweile recht bekannt zu sein, was uns natürlich außerordentlich freut! Wir merken das nicht nur an der stetig wachsenden Zahl von Abonnenten unseres Post-Notificators, sondern vor allem an den vielen Zuschriften mit Lob und vor allem Fragen zu unserer Arbeit, unseren Materialien oder eigenen Problemen. Allein in der letzten Woche  bekamen wir von 4 Leuten Mails zu unserem Lack, unserer Kojenkonstruktion und anderen Themen die Restaurierung betreffend. Oft werden wir in diesen Mails auch gefragt, ob wir nicht ein Forum auf unserer Seite einrichten wollen – dazu sei an dieser Stelle gesagt: Nein! Wir versuchen alle Anfragen so gut es geht und zeitnah zu beantworten, aber ein Forum wollen wir nicht. Zum einen ist der administrative Aufwand recht hoch (das merken wir schon mit dem Spam bei der Kommentarfuntion unserer Artikel) und zum anderen gibt es sehr gute Foren zu den Themen, vor allem auf der Website des Freundeskreises Klassische Yachten. Dort findet man im Forum immer gute Hilfen, Anregungen und die passenden Ansprechpartner!

Trotzdem freuen wir uns natürlich über jede Nachricht, schickt uns also gerne weiter Eure Fragen und Anregungen!

Kategorien: Winterarbeit

Ein Kommentar bisher.

  1. Cornelius sagt:

    Hallo Bjoern,
    kann ich gut verstehen, wenns wieder in den Fingern juckt—Frühlingsgefühle! Das mit dem Autolack würde ich dringend mit dem Lackfabrikanten Eures Vertrauens besprechen: 1. wird er überrascht sein über die Qualität seiner Lacke und 2. könnte er versucht sein, eine Bootslackserie daraus zu machen. 3. helft und testet ihr sicher gerne als wunderschönes Referenzboot bei kostenloser Materialzusendung aus—die Fahrten/Segel/Eqipment müssen natürlich auch gesponsert sein.
    Viele Spaß, CL