Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

11
Nov
2014

Neues von der Werft

Da wir auf unserem Sommertörn – gleich nach dem ersten harten Ritt – einen starken Wassereinbruch hatten, hatten wir Lotte nach dem Kranen nicht nach Hause geholt, sondern zu Henningsen&Steckmest in die Werft gebracht.

Schon im Sommer begaben wir uns mit Malte Steckmest auf die Suche nach dem Leck, und da kein Wasser aus Sponungen, Plankenstößen oder dem Steven kam, lag folgende Vermutung nahe:2014-11-01 13.15.14Direkt unter dem Mastfuß, dort wo Kiel und Steven überlappen, dringt das Wasser ein. Von innen sahen wir nur einen stetigen Wasserfluss, der seinen Ursprung unter dem Mastfuß hatte. Da Kiel und Steven an dieser Stelle mit mindestens zwei, meistens aber sogar drei, Bolzen verbunden sind (siehe obige Zeichnung), hofften wir nicht alle tauschen zu müssen.

Die endgültige Entscheidung, wie die Reparatur am sinnvollsten durchgeführt werden sollte, konnte dann aber erst getroffen werden, als LOTTE an Land war. (Bis zu diesem Zeitpunkt war unsere größte Sorge, dass eine Reparatur nur möglich sei, wenn der Balastkiel ab wäre… Ein nicht gerade zerstörungsfreies Prozedere mit immensen Kosten.)IMG_3197Bereits kurz nach dem Kranen zeigte sich aber, dass die Feuchtigkeit wohl wirklich nur im vorderen Bereich der Laschung, zwischen Kiel und Steven, saß. Dieses machte Mut und so kamen wir überein:

  • Die betroffenen Bolzen werden ersetzt.
  • Der alte Mastfuß fliegt raus und wird durch eine Schiene ersetzt.
  • Alle neuen Metallteile werden dieses mal in Niro ausgeführt.

Der „kleine Kielbolzen“, im unten stehenden Bild gut an der weißen Spachtelmasse im grauen Balastkiel zu erkennen, ist noch sehr gut und brauchte daher nicht ersetzt zu werden. Leider sitzt bei Lotte der Bolzen durch die Bodenwrange vor dem Mast zu 90% über dem Balastkiel…IMG_3210Um nicht doch noch den Balastkiel abnehmen zu müssen, haben wir entschieden etwas aus den Steven zu sägen und hinterher wieder einzusetzen – so konnte der Bolzen mit einiger Frickelei entfernt werden.IMG_3213An dem entfernten Bolzen kann man sehr schön sehen, wie Eiche und Eisen „harmonieren“ – nach 51 Jahren ist nicht mehr viel vom Bolzen über. Die Stelle an der der Bolzen besonders dünn ist, ist diejenige, an der das Wasser immer eingedrungen war. Dort, wo der Bolzen dicht von Holz umschlossen war, ist er nahezu in ursprünglicher Dicke erhalten. IMG_3220Das Einsetzen der neuen Bolzen ging dann sehr viel einfacher, als das Entfernen der alten. IMG_3222Da wegen des Balastkiels keine Schraube von unten durchgesteckt werden konnte, wurde eine Gewindestange verwendet und die untere Mutter fest geschweißt.IMG_3224Nach dem Verbolzen wurde die Form des Stevens durch ein Stück Eiche wieder nachgebildet.IMG_3225Auch innen wurde ein passendes Stück in die Bodenwrange gesetzt und eine Aufnahme für den neuen Mastfuß geschaffen. IMG_3283Nun muss nur noch der Mast entsprechend gekürzt werden und dann holen wir Lotte am kommenden Samstag in ihr Winterlager. Die Lackier- und Farbarbeiten werden wir dann dort im Rahmen unseres normalen Winter-Refits selbst durchführen.

An dieser Stelle schonmal vielen Dank an Malte für die Photos und die gute Kommunikation!

Kategorien: Winterarbeit

2 Kommentare bisher.

  1. Detlef Lutz sagt:

    Hallo und Moin an das Team von Lotte,
    Ihr habt genau das Problem mit Lotte wie ich mit Lill.
    Interessant ist die dann doch andere Bauart an Euren Boot gegenüber von Lill Bj.1947. Bei uns geht der Bolzen der vor dem Mast befindlichen Wrange durch den Guß. dafür gibt es den sog. kleinen Kielbolzen nicht.
    Schön ist auch das Ihr Lotte bei Steckmest habt reparieren lassen habt. Wir liegen mit Lill genau nebenan bei Strapelfeldt. Bei Steckmest Kranen wir und verholen dann nach Hamburg in unseren Vorgarten. Liegt Ihr im Sommer in Kappeln? Dann könnte man sich ja mal zum Erfahrungsaustausch in der Saison 2015 treffen. Wenn bei uns alles gut geht.
    Denn Ich habe mich zu der Trennung des Ballastes entschieden. Dazu habe ich extra einen Portalkran im Vorgarten aus Holz gebaut, 4 Kettenzüge besorgt und es ging dann recht einfach am Samstag von statten. Der Ballast hing eigentlich nurnoch an 2 annähernd vollständigen Kielbolzen. 3 noch verbliebene ca. 10mm haben wir abgesägt. 2 Stück waren nicht mehr vorhanden. Es war „allerhöchste Eisenbahn“. Die Bolzen waren jetzt aber auch 67 Jahre alt. Ich bin jetzt schon froh das in angriff genommen zu haben.
    Gruß
    Detlef Lutz

  2. Björn Ole Pfannkuche sagt:

    Moin Detlef!
    Euer Projekt hört sich sehr interessant an – schick mir doch mal eine Mail mit Deinen Kontaktdaten.
    Gruß
    BO