Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Fast jedes Mal, wenn wir mit LOTTE auf der Flensburger Förde oder dem Kleinen Belt unterwegs sind, sehen wir Schweinswale. Diese Sichtungen sind so häufig, dass wir kaum an eine Bedrohung dieser beeindruckenden Tiere denken…

Fakt ist aber, dass Phocoena phocoena (der Gewönliche Schweinswal) nur noch in ganz kleinen Populationen in der Ostsee vorkommt und dass diese Gruppen immer weiter schrumpfen – es wird geschätzt, dass im  Jahre 2013  noch ca. 300 Exemplare lebten.

Meist sind es anthropogene Einflüsse die langfristig auf die Populationen einwirken und diese mindern oder sogar zu ihrer völligen Erschöpfung führen. Während natürliche Katastrophen zu einem kurzzeitigen Einbruch in den Bestandszahlen und anschließender Erholung führen, sind menschliche Einflüsse meist gekennzeichnet durch einen allmählichen Schwund.Um geeignete Schutzmaßnahmen für den Fortbestand der Population einleiten zu können, wollen die Wissenschaftler des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund wissen, wo diese vorkommen.

Zur Meldung von gesichteten Schweinswalen (und anderen Meeressäugetieren) geht das Deutsche Meeresmuseum ganz neue Wege und so wurde eine App für Smartphones entwickelt.

„Wassersportler und Strandurlauber sind heutzutage fast ausnahmslos mit dem Smartphone unterwegs. Mit etwas Glück entdecken sie während ihres Aufenthaltes an oder auf der Ostsee einen der seltenen Meeressäuger und können dies umgehend per App an uns melden“, sagt Dr. Harald Benke, Direktor des Deutschen Meeresmuseums. Er leitet das Forschungsprojekt und unter seiner Führung wurde nun eine App für Smartphones entwickelt, mit deren Hilfe mittels GPS-Ortung Sichtungsorte von Schweinswalen, Kegelrobben, Seehunden und anderen Meeressäugetieren schnell an das Deutsche Meeresmuseum übermittelt werden können. Der Clou an der Sache: Die Sichtungen können auch offline im Smartphone gespeichert und erst bei der nächsten Internetverbindung gesendet werden – eine gute Idee für den Einsatz fernab der Handynetze.

Eine Karte der bereits gemeldeten Sichtungen ist hier zu finden.

Durch die Sichtungsmeldungen können die Verbreitungsgebiete der Meeressäuger dann dokumentiert werden, um daraus entsprechende Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Insbesondere Geburts- und Aufzuchtgebiete sind schützenswerte Meeresbereiche.

Wichtig ist auch die Meldung von Totfunden, damit diese schnellstmöglich geborgen und untersucht werden, um ggf. Rückschlüsse auf deren Todesursache ziehen zu können.

Die App ist kostenfrei für Google Android und Apple IOS erhältlich.

Neben der neuen App können Sichtungsmeldungen auch telefonisch (03831-2650-3333), per Fax  (03831-2650-309), per E-Mail an sichtungen@meeresmuseum.de und über eine Website erfolgen.

 

 

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Ein Kommentar bisher.

  1. Detlef Lutz sagt:

    Super,
    Danke für den Hinweis zur App. Wir hatten schon mal Meldungen gemacht via Email. Aber so wird es ja super schnell gehen.
    Gruß
    Detlef