Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Nachdem wir es ja endlich einmal geschafft hatten Ostern im Wasser zu sein, folgte ja prompt die Ernüchterung durch das Wetter. Ostern hatten wir Starkwind, Regen und zum Teil eisige Temperaturen und so wirklich besser wurde es auch erstmal nicht…

Zu dem schlechten Wetter gesellten sich dann noch ein paar Schäden an LOTTE und so kam in den ersten Wochen der Saison keine gute Stimmung auf. Am Wochenende nach Ostern entdeckten wir, dass unser Tank undicht war und sich durch das stetig tropfende Benzin die Farbe in der Bilge unter dem Cockpit gelöst hatte. Im Lack unserer Steuerbord-Backskiste hatte sich ein langer Riss aufgetan und unser Lack war auch noch nicht so wirklich durchgehärtet – immer, wenn man länger auf der Ruderbank saß, konnte man danach die Struktur des Hosenstoffs im Lack sehen.

So verbrachten wir auch das lange Wochenende mit dem ersten Mai an Bord im Heimathafen. Trotz des starken Windes füllte sich der Hafen langsam und da wir vor Ort waren, konnten wir viele alte und neue Gesichter begrüßen und auch bei so manchem Anleger Hilfe leisten.

Das erste schönere Wochenende war das erste Wochenende im Mai, wir waren mit den Aikidoka auf unserem jährlichen Gasshuku in Schönhagen und so kam LOTTE leider etwas kurz, obwohl sie endlich ihre Persenning bekam.

Erst am Wochenende 13./14. Mai konnten wir endlich einmal die Segel setzen! LOTTE war ja bereits einen Monat im Wasser und so war es uns egal, dass der Wind schwach und die Regenwolken zum Teil drohend waren – wir setzten Kurs Høruphavn und wurden dort schon von Ike und Karin erwartet: Unser Einlaufen war ein guter Moment für das Ausprobieren ihrer neuen Kamera.
Nach einem gemeinsamen Kaffee trafen wir gefühlt halb Wackerballig, und so erweiterten wir die abendliche Runde. Bevor wir uns dann aber abends an das gemeinsame Grillen machten, bekamen wir Besuch von Peter Sparboom. Peter war der Eigner von LOTTE vor meinem Onkel und hat einen siebten Sinn für unsere Besuche in Hørup – kaum legen wir an, schlendert er über den Steg. Gemeinsam tranken wir einen Rum auf den Beginn der Saison, plauderten über Segelboote und er ließ sich jedes Teil von LOTTE zeigen.

Danach ging es ans Grillen und hier hatten wir Glück im Unglück: Da wir recht spät zum Grillplatz kamen, waren die hübschen Plätze auf der hölzernen Terrasse bereits belegt und wir mussten nach hinten in die riesige Grillhütte rutschen – in dem sich später entladenden Gewitter, gar nicht so ein schlechter Platz. Zum Sonnenuntergang wurde es dann wieder trocken und so konnten wir den ersten Sundowner in Dänemark genießen.

Am Sonntag war es morgens neblig und absolut windstill. Wir ließen uns viel Zeit mit dem gemeinsamen Frühstück in der immer stärker scheinenden Sonne, und pünktlich mit dem letzten Schluck Kaffee kam gegen Mittag auch der Wind. Mit einer rauschenden Fahrt ging es zurück nach Wackerballig und diese Fahrt machte Lust auf Meer – auf die endlich begonnene Saison 2017!

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