Folkeboot Lotte

ein halbes Jahrhundert auf der Ostsee

Am letzten Wochenende sollte unser langes Lackieren dann endlich ein Ende finden. Auch wenn uns die Schadstellen an der einen Seite in unserer Freude über das bisherige Ergebnis sehr dämpfen, so wollen wir endlich fertig werden und ins Wasser!

Den ganzen Samstag verbrachten wir bei bestem Wetter in der Halle: Saugen, wischen, entfetten, abkleben, abdecken, fegen… Wir hatten mit Sebastian abgesprochen, dass es dieses Jahr keine Nachtschicht werden darf und so sollte alles vor Sonntag fertig sein.Von oben mussten Dach, Laufdeck und Cockpit abgeklebt werden, von unten wurde es dann etwas komplizierter. Ursprünglich wollten wir ja die oberste Planke einfach mit Klarlack überlackieren, aber durch den unterschiedlichen Weißton musste nun zuerst das „richtige“ Weiß gespritzt werden. Der Plan war also: Alles für den Klarlack abkleben und darüber nochmal für das Weiß – dann könnte man alles an einem Tag erledigen.Das Deck abzudecken war nicht weiter schlimm; da die vielen Rundungen ja schon perfekt abgeklebt waren, ging uns diese Arbeit mit etwas Zeitung und viel Klebeband in nicht mal einer halben Stunde routiniert von der Hand.Ein bisschen mehr Arbeit machte da schon die Unterkante der Scheuerleiste: Da wir auf keinen Fall wollten, dass weißer Lack auf den Klarlack dringt – wir wollten ja direkt weiter lackieren und nicht erst nach dem Trocknen erneut schleifen – musste hier sehr sorgfälltig gearbeitet werden; die perfekte Arbeit für Robbi.Zu guter Letzt ging es mit etwas Wasser noch den Salzresten der Saison an den Kragen; zum einen haftet das Klebeband besser auf sauberen Untergründen und zum anderen bindet das Wasser auf dem Hallenboden noch ordentlich Staub.Die Plane um das Boot wollten wir erst am Sonntag kleben – nach den Abplatzern durch Klebeband auf der obersten Planke (dem Grund für den neuen weißen Lack) wollten wir kein Risiko eingehen und daher erst kurz vor dem Lackieren abkleben und das Klebeband direkt danach auch wieder entfernen.

Der Sonntag war perfekt: Bei 10°C, Windstille und leichtem Dauerregen war es nicht nur warm genug für unser Vorhaben, es wehten auch kein Staub oder irgendwelche Tierchen rein. Und so war LOTTE nicht nur perfekt vorbereitet, sondern wir hatten auch super Bedingungen, als wir nach nur knappen 40 Minuten weiterer Arbeit bereit für den ersten Gang des Tages waren: Weißlack.Vor dem Lackieren wurde dann noch einmal entstaubt und entfettet – dann ging es auch schon los. Durch unser Gerüst und einen neuen, sehr viel längeren Druckluftschlauch konnte Sebastian wirklich in einem „Gang“ lackieren; ohne großartige Unterbrechungen ging er um das Boot, und endlich erstrahlte LOTTE wieder in ihrem gewohnten Weiß. Nach dem Weiß gab es dann erstmal eine kurze Pause mit Kaffee und Kuchen, aber nach 20 Minuten war der Lack bereits so gut angezogen, dass wir die äußerste Plane entfernen konnten. Nachdem wir dann auch noch die Klebestreifen von der Scheuerleiste entfernt hatten, stand dem ersten Gang Klarlack fast nichts mehr im Wege… … naja, es musste noch entstaubt und entfettet werden! Dann ging alles wieder ganz flott – nach nicht mal 10 Minuten war die erste Lage drauf und wir konnten uns mit dem von Robbi besorgten Mittagessen stärken. In dieser, etwas längeren Pause konnte der Lack gut anziehen und der erste Blick war mehr als vielversprechend! In den letzten Jahren waren die Randbedingen eher schlecht – es waren immer um die 5 Grad und zeitlich eher Mitternacht – und so waren wir auf das diesjährige Ergebnis doch sehr gespannt. Genauso schnell wie beim ersten Gang ging es dann auch beim zweiten – nach nichtmal einer viertel Stunde war alles fertig und Sebastian konnte sich seiner Lieblingsbeschäftigung widmen: dem Spotrepair. Am Bug musste, neben der obersten, noch eine weitere Planke lackiert werden – letztere aber nur zum Teil. Mit mehreren Schichten verschiedenlanger Abklebungen, mit unterschiedlich verdünnten Lacken und viel Know-How wurden alle Schäden beseitigt – gelernt ist eben gelernt! Jetzt hat alles bis Freitag Zeit zum Durchhärten. Am Karfreitag wollen wir dann alle Planen entfernen, die Klebebänder vorsichtig frei schneiden und schonmal mit dem Schleifen beginnen – Ostersamstag wird poliert.

Wir hatten es gut geplant und es hat tatsächlich funktioniert: Die ganzen Lackierarbeiten mit Sebastian an einem Tag und ohne Nachtschicht – so kann das weiter gehen 😉

Kategorien: Winterarbeit